Auch Schüsse in der Kölner Silvesternacht

Auch Schüsse in der Kölner Silvesternacht

Neue, erschreckende Ermittlungsergebnisse zur Kölner Silvesternacht: Zwei Männer haben am Hauptbahnhof auch mit einer Waffe in die Luft geschossen. Aus Sicht der Ermittler wurde nur durch Zufall niemand verletzt.

Die Ermittler veröffentlichten am Mittwoch (09.03.2016) Fotos, die die beiden Verdächtigen zeigen sollen. Zu sehen ist auch ein Mann, der offenbar eine Waffe in die Luft hält. Den Angaben zufolge feuerten beide Männer mit einer nicht näher bestimmten Waffe aus einer Menschenmenge heraus. "Es ist lediglich einem Zufall zu verdanken, dass keine Personen verletzt worden sind", erklärte die Polizei. Die "Ermittlungsgruppe Neujahr" rief Zeugen auf, sich zu melden. Es gehe um einen möglichen Verstoß gegen das Waffengesetz, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Erste Erfolge bei Fotofahndung

Die Polizei erklärte außerdem, dass die am Dienstag gestartete Fotofahndung nach weiteren Tatverdächtigen zu den Übergriffen erste Erfolge brachte. Am Dienstag wurde ein 26-Jähriger in Kerpen festgenommen. Gegen ihn wurde am Mittwoch Haftbefehl beantragt. Dem Algerier werde gemeinschaftliche sexuelle Nötigung und versuchter Raub vorgeworfen. Er soll beteiligt gewesen sein, als Frauen umzingelt und begrapscht wurden. Ein weiterer 31-jähriger Mann stellte sich am Dienstag in Hamm und gab an, einer der auf den Fotos Abgebildeten zu sein.

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht waren die Ermittler erstmals mit Fotos möglicher Täter an die Öffentlichkeit gegangen. Die Polizei hatte am Dienstag Fahndungsfotos gezeigt, die aus privaten Handys stammen.

110 Beschuldigte ermittelt

Insgesamt sind derzeit rund 110 Beschuldigte ermittelt. Drei der Männer wurden bereits verurteilt, allerdings wegen Diebstahls. Am Silvesterabend waren in Köln und anderen Städten Frauen von Männergruppen bedrängt, sexuell belästigt und teilweise bestohlen worden. Es hat auch einzelne Vergewaltigungen gegeben. Die mutmaßlichen Täter wurden von Zeugen durchgehend als Nordafrikaner bzw. als Männer arabischer Herkunft beschrieben. Mittlerweile liegen über 1.100 Anzeigen vor, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 106 Verdächtige.

Stand: 09.03.2016, 11:59