Ferienstart in NRW: Reisen mit Hindernissen

Reisende drängen sich an einem vollen Bahnsteig in den Zug

Ferienstart in NRW: Reisen mit Hindernissen

Von Martin Höke

Egal ob in der Luft, auf Straße oder Schiene – voll wird es zum Start der Osterferien wohl überall. Ausgerechnet jetzt plant die Bahn außerdem Umleitungen in NRW. Wer dem ganz großen Reisechaos entfliehen will, sollte einige Tipps beachten.

Zwischen Dortmund und Köln müssen ab Freitagabend (18.03.2016) zahlreiche Verbindungen umgeleitet werden. Grund ist das im Oktober 2015 ausgebrannte Stellwerk in Mülheim Styrum. Die Bahn nimmt es jetzt zu Beginn der Osterferien wieder in Betrieb. Bis Montagmorgen fahren alle Züge zwischen Mülheim und Duisburg Umleitungen oder fallen aus, heißt es in einer Mitteilung der Bahn.

Einen problemlosen Start ins erste Ferienwochenende wird es auf der Schiene also wohl nicht geben. Ab dem Freitagnachmittag rechnet die Bahn mit mehr Andrang. Dann sorgen Wochenendpendler und Urlauber für ausgebuchte Züge.

Bahn rechnet mit vollen Zügen

Die Bahn habe zum Ferienstart alles auf der Schiene was fahren kann, sagt ein Sprecher. Er betont aber, dass Sonderzüge nicht eingesetzt werden müssten. Denn die erhöhte Nachfrage zur Ferienzeit sei schon längst in den Fahrplan eingearbeitet. Die Hauptreisetage auf der Schiene seien ohnehin Gründonnerstag und Ostermontag.

Der Bahnsprecher empfiehlt aber den Kunden, sich einen Sitzplatz zu reservieren. Wer unbedingt spontan reisen wolle, sollte sich unbedingt vor Fahrtantritt darüber informieren, wie ausgebucht der gewünschte Zug ist.

Staus auf Autobahnen erwartet

Sommerurlaub

Vor allem auf den Reiserouten nach Norden und Süden wird es voll.

Auch auf den Autobahnen wird es wohl voll werden – besonders am Nachmittag. Denn zu den üblichen Berufs- und Wochenendreisenden kommen am letzten Schultag etliche Urlauber. Frank Schewe vom WDR-Verkehrsstudio erwartet für NRW "gut 150 Kilometer Stau, wenn das Wetter mitspielt und es keine Unfälle gibt".

Vor allem auf den Hauptverkehrsadern A 1 und A 2 Richtung Nord- und Ostsee und auf den Autobahnen gen Süden müssen Autofahrer wohl mehr Geduld haben als sonst. Einzige Alternative: erst am Samstag oder Sonntag in den Urlaub fahren.

Verzögerungen auch an Flughäfen

Wer mit dem Flugzeug in die Ferien startet, sollte möglichst früh am Flughafen sein. Das empfiehlt Christian Hinkel, Sprecher des Düsseldorfer Airports. Denn wegen des großen Andrangs könnte es zu Verzögerungen an den Sicherheitsschleusen und bei der Handgepäckkontrolle kommen. Reisende sollten auf die Vorgaben ihrer Fluggesellschaften achten. Generell gilt die Faustformel: Bei innereuropäischen Flügen sollten Reisende zwei Stunden und bei Fernflügen drei Stunden vor dem Abflug da sein.

Ferienbeginn auf dem Flughafen

Der Sicherheitscheck am Flughafen könnte länger dauern.

Überall im Land stellen sich die Flughäfen auf einen Urlauberansturm ein. In Weeze werden am Freitag etwa 4.500 Reisende erwartet. In Münster-Osnabrück und Paderborn-Lippstadt wird jeweils mit knapp 1.600 gerechnet. Am Kölner-Bonner Flughafen sollen es bis in die Nachtstunden knapp 34.000 Passagiere sein. Das höchste Aufkommen verzeichnet Düsseldorf als größter Flughafen des Landes. Hier werden zum Ferienstart bei 590 Flügen etwa 69.000 Passagiere abgefertigt.

Türkei-Urlauber buchen um

Übrigens haben sich die Ziele der Urlauber angesichts von Krisen und Terroranschlägen verändert. Ägypten, Tunesien und die Türkei verzeichnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum massive Buchungsrückgänge. Die meisten Urlauber zieht es jetzt in die Mittelmeerregion – nach Portugal, Italien oder Spanien.

Die beliebteste Ferieninsel der Deutschen sei nahezu ausgebucht, heißt es beim Düsseldorfer Reiseveranstalter Alltours. "Mallorca läuft zu", fasst Sprecher Stephan Suska die Buchungslage zusammen. Die Kapazitäten seien erschöpft. Auch die Kanaren werden verstärkt gefragt und melden ein Gästeplus von 25 Prozent.

Stand: 18.03.2016, 06:00