Euskirchen: Online-Petition fordert Lieferungsstopp in Atomkraftwerke

Das belgische Atomkraftwerk Tihange

Euskirchen: Online-Petition fordert Lieferungsstopp in Atomkraftwerke

Von Lucia Windhausen

  • Deutschland liefert Brennelemente
  • Alfred Pohl aus Euskirchen will das verhindern
  • Fast 80.000 Unterschriften gesammelt

Aus Deutschland werden weiterhin Brennelemente an die störanfälligen Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien geliefert. Genau das versucht Alfred Pohl aus Euskirchen mit seiner "WeAct" Petitionsplattform zu verhindern.

In diesem Jahr seien bereits 56 Brennelemente dorthin transportiert worden, so das Bundesumweltministerium. Die Bürgerbewegung Campact ruft seit Ende März zum Stopp der Brennelemente-Transporte in das baufälligen Atomkraftwerk Tihange auf. Fast 80.000 Unterschriften konnten dabei bereits bis Donnerstag (20.04.2017) gesammelt werden, so lauten die aktuellen Zahlen der WeAct-Webseite.

Gefahr durch Risse in Reaktordruckbehältern

Beide Atommeiler waren im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, weil Risse in Reaktordruckbehältern gefunden wurden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) forderte die belgische Regierung daraufhin auf, die Reaktoren als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend vom Netz zu nehmen. Dies geschah aber nicht. Ende März teilte Hendricks mit, sie lasse eine Schließung der Uranfabriken in Deutschland prüfen. Eine rechtssichere Stilllegung der Anlagen sei "der einzige Weg, den Export von Brennelementen zu verhindern".

Brennstoff-Lieferungen gehen trotzdem weiter

Nach früheren Angaben des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2016 die Lieferung von insgesamt 68 Brennelementen in den Meiler Tihange und 152 Brennelementen für die drei Reaktoren in Doel genehmigt. In diesem Jahr wurden bis Ende März Genehmigungen für 108 Brennelemente für die Reaktorblöcke 1 bis 3 in Doel erteilt.

Stand: 20.04.2017, 14:14