Lebensgefährliche Prügelattacke gegen Zwölfjährigen nach Kartenspiel

Lebensgefährliche Prügelattacke gegen Zwölfjährigen nach Kartenspiel

Von Jochen Hilgers

Nach der Prügelattacke auf einen zwölfjährigen Schüler in Euskirchen schwebt das Opfer weiter in äußerst kritischem Zustand in Lebensgefahr. Die Ermittler suchen nach Zeugen.

An der Gesamtschule Euskirchen war der Zwölfjährige am vergangenen Donnerstag (22.09.2016) vermutlich von einem gleichaltrigen Mitschüler verprügelt worden. Das Opfer hatte sich zunächst bei einer Lehrerin gemeldet und über Übelkeit geklagt. Dann war der Junge mit schwersten Kopfverletzungen sowie inneren Verletzungen ins Koma gefallen. Er befindet sich im Klinikum Merheim in Köln; sein Gesundheitszustand ist weiter äußerst kritisch.

Schwierige Ermittlungen

Hier sitzen die Ermittler: Polizei Euskirchen

Zeugen sollen sich bei der Polizei melden

Die Ermittler versuchen das Tatgeschehen zu rekonstruieren, stoßen dabei aber auf große Schwierigkeiten. Sie sind sicher, dass viele Mitschüler Augenzeugen der Prügelei wurden. Bis zum Sonntagabend (25.09.2016) hatten sich aber keine weiteren Zeugen gemeldet. Die Staatsanwaltschaft erneuerte ihren Aufruf an die Mitschüler, sich gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten an die Ermittler zu wenden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte das Opfer mit drei anderen Mitschülern Karten gespielt. Darüber war ein Streit entstanden. Einer der drei Mitschüler soll das Opfer dann wild mit seinen Fäusten malträtiert haben. Die beiden anderen schauten offenbar zu. Zunächst waren die Ermittler von diesen drei Schülern als Tatverdächtigen ausgegangen. Der Verdacht konzentriert sich aber jetzt nur noch auf einen. Dieser Junge und die beiden Mitschüler sind die einzigen, die bisher - im Beisein ihrer Erziehungsberechtigten - überhaupt Angaben zum Tatablauf gemacht haben.

Attacke auf dem Schulgelände

Standort Klinikum Merheim

Das Opfer liegt im Klinikum Merheim in Köln

Die Prügelattacke hat sich anscheinend auf dem Schulgelände abgespielt. Wie der WDR erfuhr, wird der zwölfjährige mutmaßliche Täter von Mitschülern als gewaltgeneigt bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft hat am Wochenende das Jugendamt Euskirchen in Kenntnis gesetzt. Die Tat hat Euskirchen unter Schock gesetzt. Schüler der Euskirchener Gesamtschule und deren Eltern erzählen hinter vorgehaltener Hand von einem Gewaltproblem an der Schule. Aus Angst vor Konsequenzen wollen sie dies aber nicht öffentlich sagen.

Schule bildet Krisenstab

In der Gesamtschule Euskirchen haben die Lehrer einen Krisenstab gebildet. Wegen der laufenden Ermittlungen will sich dort niemand äußern. Zum Schulbeginn am Montagmorgen soll in jeder Klasse über die Gewalttat gesprochen werden. Die Bezirksregierung hat einen erfahrenen Krisenkommunikator nach Euskirchen entsandt.

 

Stand: 25.09.2016, 22:31