Wieder Toter auf A1 - kommt jetzt eine "künstliche Baustelle"?

Wieder Toter auf A1 - kommt jetzt eine "künstliche Baustelle"?

  • Am Freitag (17.03.2017) erneut Toter bei Unfall auf der A1
  • Bereits der achte Unfalltote in einem Jahr
  • Kommt nun eine "künstliche Baustelle"?

Wieder ein schwerer Unfall vor dem Leverkusener Kreuz: Der Fahrer eines Kleintransporters hatte auf der Autobahn 1 bei Burscheid offenbar das Ende eines Staus zu spät bemerkt und war mit hoher Geschwindigkeit auf das Heck eines Lkw aufgefahren. Dabei wurde der Mann eingequetscht und lebensgefährlich verletzt. Er starb später im Krankenhaus, wie die Polizei am Freitag (17.03.2017) mitteilte.

300 Unfälle, acht Tote

Die Autobahn 1 zwischen Burscheid und Leverkusen ist einer der gefährlichsten Autobahnabschnitte in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei zählte seit dem vergangenen Jahr mehr als 300 Unfälle bei Burscheid. Acht davon endeten tödlich.

Häufigste Unfallursache: zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand. Erst am Montag (13.03.2017) war ein Lkw-Fahrer an dieser Stelle gestorben, nachdem er in ein Stauende gerast war.

"Künstliche Baustelle" wird geprüft

Weil der im vergangenen Jahr an der A1 installierte Blitzer offenbar bisher kaum dazu beiträgt, schwere Unfälle zu verhindern, sollen demnächst zwischen Burscheid und dem Kreuz Leverkusen weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen eingeführt werden. Und die Fahrspuren werden möglicherweise bald wie in einer Baustelle mit gelben Linien markiert und verengt werden.

Wie ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW mitteilte, wird eine solche "künstliche Baustelle" als Notmaßnahme gegen die Unfälle geprüft. In Fahrtrichtung Dortmund sind ab dem 24. März ohnehin Arbeiten am Seitenstreifen geplant.

Größter Unfallschwerpunkt

Auch der ADAC spricht vom größten Unfallschwerpunkt der letzten Jahre. "Ich kenne keinen anderen Autobahnabschnitt in Deutschland, der was die Unfälle angeht, zurzeit so auffällig ist", sagte Roman Suthold vom ADAC Nordrhein.

Eine gefährliche Kettenreaktion führt immer wieder zu Unfällen: Lkw dürfen nicht auf die marode Rheinbrücke und werden im Kreuz A3/A1 umgeleitet. Die aus der Lkw-Sperre entstehenden Staus sorgen dann auf der A1 immer wieder dafür, dass gerade wenig ortskundige Fahrer in ein Stauende rasen - und dies auf abschüssiger Strecke. Es hätten allen Beteiligten bei Einrichtung der Lkw-Sperre klar sein müssen, dass dort ein Gefahrenabschnitt ensteht, so Suthold.

Stand: 17.03.2017, 17:12