Husten beim Bridge: Gericht erklärt Sperren für unwirksam

Hand hält verschiedene Karten

Husten beim Bridge: Gericht erklärt Sperren für unwirksam

Von Martin Höke

  • Düsseldorfer Oberlandesgericht erklärt Sperren für unwirksam
  • Weltverband hätte keine lebenslangen Strafen verhängen dürfen
  • WM-Titel bekommen beide Spieler aber nicht zurück

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch (15.11.2017) alle Strafen gegen zwei Bridge-Spieler für unwirksam erklärt. Die beiden Ärzte hatten gegen Sanktionen des internationalen Bridge-Verbands geklagt. Der Verband hatte den Männern Betrug durch Hustenzeichen vorgeworfen und deshalb den WM-Titel aberkannt sowie ein lebenslanges Turnierverbot verhängt.

WM-Titel war eine Sensation für Deutschland

Es war 2013 eine Sensation: Zwei Deutsche hatten zum ersten Mal den WM-Titel im Bridge geholt. Aber sie sollen betrogen haben: Die Männer sollen sich bei der WM 2013 auf der indonesischen Insel Bali im Finale mit Gesten und Hustenzeichen über die Kartenverteilung verständigt haben.

Beide beteuerten aber ihre Unschuld. Sie seien Opfer einer Intrige geworden und die Beweise gegen sie seien manipuliert - das würden zwei Gutachten eindeutig belegen. Die beiden Männer sagten, sie hätten wegen der damals schlechte Luft durch die Klimaanlage gehustet.

Video als Beweis

Das gegnerische US-Team war damals entweder schon vorgewarnt oder einfach nur misstrauisch. Sie hatten eine Videoüberwachung des Spiels beantragt und sahen sich nach der Auswertung der Bilder bestätigt.

Bei einem der nächsten Turnier hatte die Leitung die beiden Deutschen besonders im Blick. Und auch da sollen sie sich wieder durch Husten abgesprochen haben.

Sperre war rechtswidrig

Daraufhin hatte der internationale Bridge-Verband die Strafen verhängt, die das Oberlandesgericht jetzt für rechtswidrig und damit für nichtig erklärt hat.

Männer bekommen Schmerzensgeld aber keinen Titel

Das Gericht sprach den Ärzten Schmerzensgeld zu. Den WM-Titel bekommen beide durch das Urteil aber nicht zurück. Das überschreite ihre Klage-Befugnis, befanden die Richter.

Stand: 15.11.2017, 13:36