Letztes Geleit für Kardinal Meisner

Letztes Geleit für Kardinal Meisner

Kardinal Meisner hat seine letzte Ruhe im Kölner Dom gefunden, begleitet von Kirchenprominenz und Tausenden Gläubigen. Der frühere Erzbischof war am 5. Juli gestorben.

Meisners Mitra auf seinem Sarg

Am Samstag (15.07.2017) wurde Kardinal Meisner im Kölner Dom zu Grabe getragen. Zur Trauerfeier kamen Dutzende von Erzbischöfen und Kardinälen, auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erwies Meisner die letzte Ehre.

Am Samstag (15.07.2017) wurde Kardinal Meisner im Kölner Dom zu Grabe getragen. Zur Trauerfeier kamen Dutzende von Erzbischöfen und Kardinälen, auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erwies Meisner die letzte Ehre.

Joachim Meisner war am 5. Juli im Alter von 83 Jahren während eines Urlaubs im niederbayerischen Bad Füssing gestorben. Der gebürtige Breslauer wirkte lange in der DDR und war Bischof von Berlin, ehe er von Papst Johannes Paul II. als Erzbischof an den Rhein entsandt wurde. Meisner vertrat konservative Positionen und eckte damit oft an - in der Domstadt, aber auch bei seinen Amtskollegen.

Die Kölner durften schon vor der offiziellen Trauerfeier Abschied von ihrem einstigen Hirten nehmen: Meisners Leichnam wurde mehrere Tage lang in der romanischen Basilika St. Gereon aufgebahrt, der "Heimatpfarrei" der Kölner Erzbischöfe.

Meisner liegt in einem Sarg aus schlichter Eiche und ist in sein violettes Messgewand gekleidet, das er zur Priesterweihe geschenkt bekommen hatte und immer wieder flicken ließ. Auf der Brust trägt er ein Kreuz aus Holz, in das ein Nephrit eingearbeitet ist - eine Erinerung an seine schlesische Heimat.

Von der Innenstadt-Kirche Sankt Gereon aus wurde der Sarg am frühen Samstagmorgen in einer feierlichen Prozession zum Hohen Dom gebracht. Begleitet wurde der Leichenwagen von Angehörigen des Malteser-Ordens und Rittern vom Heiligen Grab.

Meisners langjähriger Fahrer folgte dem Wagen mit der Mitra in der Hand. Ein weiterer enger Mitarbeiter trug den Bischofsstab mit der Krümme nach unten.

Auch kirchliche Vereine, Verbände und - in Köln nicht zu unterschätzen - Karnevalsvereine gaben Meisner mit ihren farbenprächtigen Fahnen das Geleit.

Fast 50 geistliche Würdenträger - Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle - folgten dem Sarg zum Dom ...

... darunter Georg Gänswein, Privatsekretär des früheren Papstes Benedikt XVI. Der hatte Gänswein ein ganz persönliches Grußwort mitgegeben, das später im Dom für eine Überraschung sorgte.

Auch Franz-Peter Tebartz-van Elst, einst umstrittener Bischof von Limburg, gab seinem Glaubensbruder die Ehre.

Als der Sarg am Kölner Dom eintraf, war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Gläubige blieben während des anderthalbstündigen Trauergottesdienstes draußen vor den Pforten stehen.

Den Ablauf hatte Meisner selbst genau geplant, sich die Lieder "Adeste fidelis" und "Segne du Maria" ausdrücklich gewünscht. Nur der "Dicke Pitter" blieb stumm: Die große Glocke muss repariert werden.

Der jetzige Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, leitete den Gottesdienst. Eigentlich hätte er auch die Predigt halten dürfen. Diese Ehre überließ er aber einem langjährigen Freund Meisners: Peter Erdö, dem Erzbischof von Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn.

Erdö ging in seiner Predigt vor allem auf die Verdienste Meisners für die Kirchen Ost- und Mitteleuropas ein. Als Bischof von Berlin habe er in den 80er-Jahren "einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung geleistet", so Erdö.

Darin erinnerte auch Benedikt XIV in seinem Grußwort, das sein Privatsekretär Gänswein verlas. Ratzinger fand aber auch sehr persönliche Worte für den Mann, dem er über Jahrzehnte verbunden war. Der frühere Papst wusste, wie schwer es Meisner 2014 fiel, aus dem Amt zu scheiden. "Um so mehr hat es mich bewegt, dass er in dieser letzten Periode loszulassen gelernt hat", las Gänswein vor. Eine Botschaft, mit der niemand gerechnet hatte, die aber mit viel Applaus bedacht wurde.

Nach dem Gottesdienst wurde Meisner in der Gruft der Kölner Erzbischöfe beigesetzt, inmitten einiger seiner Vorgänger. Meisner hatte sich dafür einen Platz gleich gegenüber von Kardinal Frings gewünscht, dem bei den Kölnern sehr populären geistlichen Oberhirten.

Ein fast schon intimer Moment, der der Geistlichkeit vorbehalten blieb - und Meisners Familie.

Stand: 15.07.2017, 15:36 Uhr