Endstation Wuppertal

Sperrschild an einem Bahnsteig

Endstation Wuppertal

Von Robert Franz

Der erste Arbeitstag während der Sommer-Bahnsperrung in Wuppertal. Am Montag (17.07.2017) zeigte sich, dass die Nachbesserungen der Bahn im Ersatzverkehr die Not der Pendler nur bedingt lindern konnte.

Ralf Sieger zeigt seinen Spickzettel einer anderen Pendlerin, die mit ihm am Montagmorgen auf den Ersatzbus wartet. "Ich habe mir die Verbindungen rausgesucht, die ich brauche", erklärt der Wuppertaler. Die Menschen arrangieren sich irgendwie mit der sechswöchigen Sperrung, doch der Unmut ist groß. "Muss das wirklich sein?", diese Frage hört man am Morgen öfter.

Zettel mit verschiedenen handschriftlichen Notizen zu Busverbindungen

Verbindungen notiert

Einer der eingesetzten Lotsen bekommt den Frust der Fahrgäste ab, als er den Wartenden mitteilt, dass ein Bus ausfällt. Da werden Erinnerungen an die erste Vollsperrung während der Osterferien wach. Damals hatte es schon mal ein großes Chaos beim Ersatzverkehr gegeben. Im Anschluss versprach die Bahn Nachbesserungen.

Mit Hinweisen gepflastert

Die Nachricht, dass in den Sommerferien keine Bahn mehr durch Wuppertal fährt, kann wohl kaum ein Fahrgast überlesen haben. Schon vor Tagen hat die Bahn in ihren Bahnhöfen große Banner aufgehängt, die zu den Ersatzhaltestellen weisen. Auf den Böden kleben Fußabdrücke und an Haltestellen sind die verschiedenen Ersatzlinien farblich markiert.

"Kein Problem", sagt ein junger Düsseldorfer, der gerade in Wuppertal aus dem Bus gestiegen ist. Den Weg zum Bus habe er problemlos gefunden. Wer mit den Schildern nicht klar kommt, kann am Montagmorgen einen der Lotsen ansprechen. Nach Angaben der Bahn werden deutlich mehr dieser "Verkehrslenker" eingesetzt.

"Eine Himmelfahrt"

Eine älteres Ehepaar steht am Bahnsteig

Willi und Renate Philipps

Am Bahnsteig in Wuppertal-Oberbarmen haben sich Renate und Willi Philipps erst mal auf eine Bank gesetzt. Die Sperrung hat das Ehepaar aus Köln kalt erwischt. Erst im Bahnhof haben sie die Hinweise entdeckt. "Mich hat schon gewundert, dass der Zug in Solingen endet", sagt Renate Philipps. Ihr Mann ergänzt: "Das war eine Himmelfahrt mit dem Bus." Ihr Reiseziel werden die beiden mehr als eine Stunde später erreichen. Nach ihrer Pause in Oberbarmen geht es mit dem Zug weiter ins Ruhrgebiet.

Sehr viel abgeklärter ist Celina Sieberg. Am Montagmittag hat sie bereits zwei Fahrten mit dem Ersatzbus hinter. "Zurück ging's gut, nach Düsseldorf hatte der Bus 45 Minuten Verspätung - Stau." Doch diese Verspätung hatte die junge Frau aus Ennepetal bereits einkalkuliert. Immerhin, die Beschilderung zu den Ersatzbussen habe dieses Mal besser funktioniert, sagt sie. "Letztes Mal musste ich mich erst durchfragen."

Alle sieben Minuten ein Bus

Bus steht an einer Haltestelle

Mehr Busse im Ersatzverkehr

Der Start mit dem Ersatzverkehr lief am ersten Tag der Sperrung allerdings nicht ganz rund. Einer der Direktbusse nach Düsseldorf fiel aus. Der Fahrer habe verschlafen, erklärte der Lotse und telefoniert mit der Einsatzzentrale, um noch einen Ersatz zu bekommen. Insgesamt 90 große Busse verkehren täglich zwischen Wuppertal, Düsseldorf und Solingen. Doppelt so viele, wie bei der ersten Sperrung in den Osterferien.

So reagiert der Konzern auf die Kritik vieler Kunden. Wenn alles richtig läuft, fahren die Direktbusse alle sieben Minuten ab. Weitere Busse steuern alle Bahnhöfe an, die entlang der gesperrten Strecken liegen. Alle Fahrpläne hat die Bahn in einer rund 100 Seiten starken Broschüre zusammengefasst. Um in diesem Wust von Verbindungen noch zurechtzufinden, hat es Ralf Sieger mit seinem Spickzettel wohl richtig gemacht, um nicht den Überblick im Ersatzverkehr zu verlieren.

Stand: 17.07.2017, 13:06