Rheinische Bäcker gegen Hygiene-Ampel

Brötchen

Rheinische Bäcker gegen Hygiene-Ampel

  • Rheinisches Bäckerhandwerk kritisiert Hygiene-Ampel als irreführend
  • Kunden würden kaum profitieren, Betriebe würden gefährdet
  • Protestaktionen in zahlreichen Bäckereien geplant

Der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks hat die Einführung der Hygiene-Ampel in NRW scharf kritisiert. Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) plant die Einführung dieser Ampel. Sie soll unter anderem an Bäckereien in den Farben Grün, Gelb und Rot anzeigen, wie sauber ein Betrieb arbeitet.

Bäcker fürchten um Existenzen

Das Bäckerhandwerk findet die Farben irreführend. Ein Kunde könne an einer schlechten Bewertung gar nicht erkennen, welche Hygiene-Mängel vorliegen und wie gravierend diese sind. Außerdem seien die Beurteilungsmaßstäbe unklar und könnten unterschiedlich ausgelegt werden. Die Bäcker fürchten, dass so Firmenexistenzen leichtfertig aufs Spiel gesetzt würden. Sie fordern deshalb, auch zu veröffentlichen, wieso ein Betrieb eine schlechte Bewertung bekommen hat.

Mit "Remmel-Semmel" ein Zeichen setzen

Als Protestaktion gegen die Ampel wollen viele rheinische Bäckereien bis Ende Oktober ihre normalen Brötchen als "Remmel-Semmel" verkaufen. Spezielle Tüten und Flugblätter sollen über Mängel des geplanten Gesetzes informieren. Fast ein Drittel der Mitglieder nähme teil, so der Verband.

Gesetz soll 2017 kommen

Das Gesetz zur Hygiene-Ampel soll voraussichtlich im Frühjahr verabschiedet werden. Nach einer Übergangsfrist von drei Jahren wäre es dann für alle Lebensmittelbetriebe im Land verbindlich.

Stand: 21.09.2016, 15:32