Todesdrohung wegen AfD-Parteitag in Kölner Hotel

Das Maritim Hotel am Kölner Heumarkt

Todesdrohung wegen AfD-Parteitag in Kölner Hotel

Im Streit über den geplanten Bundesparteitag der AfD im Kölner Maritim-Hotel soll es eine Todesdrohung gegen Beschäftigte gegeben haben.

Von den Drohungen berichtete der Vorsitzende des Maritim-Gesamtbetriebsrats, Thomas Klein, am Freitag (10.02.2017) mit. Den Mitarbeitern am Empfang sei gesagt worden, sie sollten auf keinen Fall am 22. und 23. April in dem Hotel arbeiten, weil "der ganze Bau brennen wird". An dem Wochenende soll dort der Bundesparteitag der AfD stattfinden. Die Polizei hat nach Angaben eines Sprechers die Ermittlungen aufgenommen.

Anfeindungen auch über soziale Medien

Nach einem offenen Protest von Karnevalskünstlern habe sich die Lage verschärft, sagte Klein. Schon davor habe es Anfeindungen über soziale Medien und von Anrufern gegeben. Nach Polizeiangaben sind zum Bundesparteitag der AfD bisher zwei Demonstrationen mit rund 25.000 Teilnehmern angemeldet worden.

Hotel-Mitarbeiter fordern Ende der "Hetzkampagne"

Die Beschäftigten forderten in einer Erklärung ein sofortiges Ende "dieser Hetzkampagne auf dem Rücken der Arbeitnehmer". Die Mitarbeitervertretung nehme zudem "keine moralische und politische Beurteilung von Parteien vor, die unsere Räumlichkeiten nutzen", zitierte der "Kölner Stadt-Anzeiger" aus dem Schreiben.

Die Kölner Initiative "Arsch huh" (hochdeutsch: Arsch hoch) verurteilte die Drohungen gegen das Hotel. Das Bündnis gegen Rassismus und Neonazis lehnt Gewalt ab, plant stattdessen einen Protestzug mit Musik und karnevalistischem Frohsinn gegen die AfD-Veranstaltung. Künstler wie Musiker von BAP, Brings und den Bläck Föös engagieren sich bei der Initiative, die bereits in den vergangenen Tagen gegen den im April geplanten Bundesparteitag der Rechtspopulisten in Köln protestiert hatte.

Stand: 10.02.2017, 15:11