Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Demonstration für Abschiebestopp nach Afghanistan

Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan

  • Rund 2.000 Demonstranten protestieren in Düsseldorf
  • Sammelabschiebungen seien Tabubruch
  • Lage in Afghanistan laut UN verschlechtert

In Düsseldorf haben am Samstag (11.02.2017) rund 2.000 Menschen für einen Abschiebestopp nach Afghanistan demonstriert. Das Land sei nicht sicher, die Lage habe sich nach einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks zuletzt noch einmal verschlechtert, betonte der Flüchtlingsrat NRW, der auch zu der Kundgebung aufgerufen hatte.

Mit der Aktion soll NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) aufgefordert werden, sich bundesweit für einen Verzicht auf Abschiebungen nach Afghanistan einzusetzen. Im Nordrhein-Westfalen könne er immerhin einen dreimonatigen Abschiebestopp erlassen.

Ganzes Land sei von Kämpfen betroffen

Laut Flüchtlingsrat gab es von Januar bis September 2016 mit 5.835 verletzten und 2.562 getöteten Zivilisten so viele Opfer wie seit 2009 nicht mehr in Afghanistan. Nicht einzelne Regionen, sondern das gesamte Land sei vom Kampf zwischen Regierungstruppen und Taliban betroffen. Die Sammelabschiebungen im Dezember und Januar seien ein Tabubruch gewesen, der sich nicht wiederholen dürfe.

Bundesweite Demonstrationen

Laut Flüchtlingsrat waren am Samstag auch Demos in Berlin, Hamburg, Hannover, Rostock, Nürnberg, Wiesbaden, Trier und Erfurt geplant. Bund und Länder hatten sich am Donnerstag in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass es deutlich mehr Abschiebungen geben soll.

Stand: 11.02.2017, 17:14