Ostermärsche für eine Welt ohne Krieg

Teilnehmer tragen während des Ostermarsches Rhein-Ruhr in Duisburg ein Banner mit dem aktuellen Motto

Ostermärsche für eine Welt ohne Krieg

  • Ostermärsche endeten mit Fest in Dortmund
  • Insgesamt rund 1.800 Teilnehmer
  • Teilnehmerzahl ist deutlich zurückgegangen

Am Montag (17.04.2017) sind in Dortmund die traditionellen Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen mit einem Friedensfest zu Ende gegangen. Am letzten Tag der Osterkundgebungen wollten die Demonstranten in Dortmund auch ein Zeichen gegen Rechts setzen, sagte Joachim Schramm, einer der Organisatoren des Ostermarsches Rhein-Ruhr.

Gegen Krieg und für einen stärkeren Sozialstaat

Über die Feiertage waren an mehreren Orten im Land Veranstalterangaben zufolge insgesamt rund 1.800 Menschen gegen Krieg, Aufrüstung, Atomwaffen und für einen stärkeren Sozialstaat auf die Straße gegangen. Zur zentralen Auftaktkundgebung hatten sich am Samstag in Düsseldorf mehr als 600 Menschen versammelt.

Auf dem Fahrrad für den Frieden

Am Sonntag waren laut Veranstalter rund 250 Demonstranten aufs Fahrrad umgestiegen, und von Essen mit einem Fahrradkorso über Gelsenkirchen, Bochum-Wattenscheid und Herne in die Bochumer Innenstadt geradelt. Themen der Kundgebung in Essen waren die Forderung nach einem stärkeren Sozialstaat und der Kampf gegen militärische Aufrüstung. In Bochum kritisierten Redner Rekrutierungsversuche der Bundeswehr bei jungen Menschen unter 18 Jahren.

Erwartung wurde enttäuscht

Die Erwartung, dass jüngste Eskalationen in bewaffneten Konflikten und Terroranschläge wieder für mehr Zulauf sorgen könnten, erfüllten sich jedoch nicht: "Angesichts der derzeitigen Entwicklungen in der Welt fragen wir uns schon, warum nicht noch mehr Menschen gekommen sind", sagte Schramm.

Proteste vor Atomanlagen

Button mit dem aktuellen Motto "Ostermarsch Rhein Rhur 2017"

Klassischer Schmuck für Pazifisten

Bereits am Karfreitag hatte es Protestaktionen vor Atomanlagen gegeben. In Gronau im Münsterland zogen die Demonstranten zur dortigen Urananreicherungsanlage. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 250 Menschen an der Kundgebung. In Jülich, wo Zentrifugen für Urananreicherungsanlagen entwickelt und hergestellt werden, gab es eine Mahnwache.

Zahl der Teilnehmer stetig gesunken

Die Wurzeln der Ostermärsche liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges Ende der 1950er-Jahre in Großbritannien. 1968 und 1983 erlebten die Ostermärsche hierzulande ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden Demonstranten. In den Jahren danach verlor die Bewegung an Zulauf.

Ostermärsche in unfriedlichen Zeiten

WDR 5 Morgenecho - Interview | 13.04.2017 | 05:55 Min.

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dpa, epd, WDR | Stand: 17.04.2017, 17:14