NRW will indirekte Beteiligung an belgischem Atomstrom verkaufen

Dampf steigt am 12.04.2016 aus dem Atomkraftwerk Tihange des Betreibers Electrabel

NRW will indirekte Beteiligung an belgischem Atomstrom verkaufen

  • NRW ist indirekt an belgischen Atomkraftwerken beteiligt.
  • Beteiligung soll verkauft werden.
  • Deutsch-belgische Nuklearkommission traf sich in Bonn.

Das Land Nordrhein-Westfalen will seine indirekte Beteiligung an den vielfach kritisierten belgischen Atomkraftwerken verkaufen. Das bestätigte das NRW-Finanzministerium am Freitag (09.06.2017) dem WDR. Der Verkauf solle nächste Woche beschlossen und angewiesen werden.

Beteiligung über Pensionsfonds

Nach WDR-Recherchen vom Mai ist der NRW-Pensionsfonds mit 23,3 Mio. Euro u.a. am französischen Konzern ENGIE beteiligt. Dieser betreibt über die belgische Tochter Electrabel die AKW Doel und Tihange. Finanzminister Walter-Borjans (SPD) hatte nach Bekanntwerden der Beteiligung erklärt, er werde dafür sorgen, die Anleihen zu veräußern.

Immer wieder Störfälle

In beiden Anlagen hat es in der Vergangenheit immer wieder Zwischenfälle gegeben. Der noch amtierende NRW-Umweltminister Remmel (Grüne) sprach sogar mehrfach von "Bröckelreaktoren". Die beiden Meiler Tihange 2 und Doel 3 liegen rund 70 beziehungsweise 140 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Auch die noch amtierende Landesregierung zählt zu den stärksten Kritikern dieser Anlagen, Experten halten sie für unsicher. Auch CDU und FDP, die voraussichtlich die nächste Regierung in NRW bilden, haben ein Ende der Beteiligung gefordert.

Treffen der Nuklearkommission in Bonn

Am Mittwoch nahm in Bonn die deutsch-belgische Nuklearkommission ihre Arbeit auf. Die Einrichtung war nach der Pannenserie in den belgischen Atomkraftwerken vereinbart worden. Inhaltlich gab es bei dem Expertentreffen noch keine Ergebnisse, wie aus einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums hervorgeht.

Stand: 09.06.2017, 07:05