Missbrauch in evangelischen Heimen - 139 Opfer entschädigt

Proteste der Heimkinder

Missbrauch in evangelischen Heimen - 139 Opfer entschädigt

  • Missbrauchsopfer finanziell entschädigt
  • Je 5.000 Euro für frühere Heimkinder
  • Geld hat Symbolcharakter

Wegen sexuellen Missbrauchs in evangelischen Heimen sind bislang 139 Opfer entschädigt worden. Sie hätten eine Geldzahlung in Höhe von je 5.000 Euro erhalten, teilte die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe am Donnerstag (09.11.2017) mit.

Danach haben sich an die Fachstelle der evangelischen Kirchen in NRW seit 2013 insgesamt 142 ehemalige Heimkinder und andere Opfer sexualisierter Gewalt gewandt. Erst vor einigen Jahren war das Ausmaß der Gewalt in evangelischen Heimen vor allem in den 1950er und 1960er bekannt geworden.

Das Leid lässt sich nicht wiedergutmachen

"Wir tragen als Kirche und Diakonie Verantwortung für institutionelles Versagen und das dadurch verursachte Leid - auch wenn es sich nicht juristisch oder personell festmachen lässt", erklärte Oberkirchenrätin Doris Damke von der westfälischen Landeskirche.

Das Leid lasse sich nicht entschädigen und nicht wiedergutmachen. Die Geldzahlung habe "Symbolcharakter". Die Opfer seien auch mit Therapien und Rentennachzahlungen unterstützt worden.

Zentrale Anlaufstelle seit Anfang 2013

Die vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe, der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und der Lippischen Landeskirche getragene zentrale Anlaufstelle hatte ihre Arbeit Anfang 2013 aufgenommen.

2010 hatte das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in Schulen, Internaten und Heimen die Öffentlichkeit schockiert. In der Folge wurden diverse Entschädigungssysteme etabliert. Strafrechtlich blieben viele Vorfälle folgenlos, weil die Taten verjährt waren.

Stand: 09.11.2017, 16:20