Bochumer Medizinstudenten dürfen wieder Leichen sezieren

Medizinstudenten im Präparationssaal der Kölner Uniklinik

Bochumer Medizinstudenten dürfen wieder Leichen sezieren

  • Bochumer Medizinstudenten können bald wieder Leichen sezieren
  • Umbaumaßnahmen im Zeitplan
  • Präpariersaal an Abluftsystem angeschlossen

An der Ruhr-Universität können Medizinstudenten voraussichtlich ab dem kommenden Sommersemester wieder Leichen sezieren. Bisher durften für die Bochumer Studenten keine Organkurse mit Leichen stattfinden. Der Grund: Die Körperspenden werden in Formaldehyd konserviert.

Seit dieser Stoff aber als krebserregend eingestuft wird und deshalb die Grenzwerte herabgesetzt wurden, war ein Unterrichten mit Leichen nicht mehr erlaubt, da es keine Lüftungsanlagen in den Präperierräumen gab.

Formaldehyd-Grenzwerte werden eingehalten

Jetzt hat die Ruhr-Universität eine Lösung für das Problem gefunden: Einer der beiden Präperierräume wird zurzeit umgebaut und soll an das interne Abluftsystem der medizinischen Fakultät angeschlossen werden, um die Grenzwerte für Formaldehyd einzuhalten.

Fast drei Semester mussten die Studierenden an Plastikmodellen lernen. Anatomiekurse sind ausgefallen. Das wurde von Studenten und Ärzten kritisiert – das praktische Arbeiten an Leichen sei im Medizinstudium unverzichtbar.

Nur so können angehende Mediziner den Körper in seiner Anatomie richtig kennenlernen. Um die verpasste Erfahrung nachzuholen, plant die Uni Zusatzkurse anzubieten

Stand: 20.03.2017, 14:15