Industrie in NRW erlaubt Blick hinter die Kulissen

Silhouette eines Kohlekraftwerks vor Sonnenuntergang

Industrie in NRW erlaubt Blick hinter die Kulissen

Von Thomas Kalus

  • Rund 100 Betriebe in ganz NRW öffnen ihre Werkstore
  • Besucher erleben die Produktionsprozesse hautnah
  • Interessant für Jobsuchende: Viele Unternehmen bieten Stellen an

Laut und schmutzig: Dieses Image hat die Industrie. Die Wenigsten wissen aber was sich hinten den Werkstoren abspielt. Die Besucher erleben zum Beispiel bei Teekanne in Neuss, wie große Maschinen kleine Teebeutel herstellen. Bei Hydro Aluminium in Grevenbroich dürfen sie zuschauen, wie millimeter-dünne Bleche gestanzt werden. Und im Duisburger Hafen sehen sie riesige Kräne, die Bananen in alle Welt umschlagen.

Zahlreiche Betriebe der Großindustrie sind dabei

An der "Langen  Nacht der Industrie" in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (12.10.2017) nehmen viele industrielle Groß-Unternehmen teil. Zum Beispiel Bayer mit seiner Pflanzenschutz-Tochter Crop Science in Monheim oder Evonik als der größte Industriebetrieb in Essen, dessen Produkte in Kosmetika, Waschmitteln oder Schaumstoffen eingesetzt werden. Auch die Arbeitsprozesse beim Mülheimer Maschinen- und Anlagenbauer Siemens dürfen besichtigt werden. Dort werden zukunftsfähige Turbinen und Generatoren für das weltweite Kraftwerksgeschäft entwickelt.

Schwerpunkt ist an Rhein und Ruhr – aber auch andere Regionen sind dabei

Die meisten beteiligten Unternehmen sind an Rhein und Ruhr ansässig. Aber auch in Ostwestfalen, in der Region um Aachen und im Oberbergischen öffnen viele Betriebe ihre Werkstore für die Besucher. Überall gibt es neben den spannenden Rundgängen und Besichtigungen auch Kurzvorträge. Darin erklären Fachleute die Produktionsabläufe, Technologien und Arbeitsprozesse. Und natürlich dürfen die Besucher auch Fragen stellen.

 Das Hüttenwerk Krupp Mannesmann mit 2 Hochöfen

Die Teilnehmer besuchen auf ihrer Industrie-Tour bis 22.30 Uhr jeweils zwei Unternehmen. Der besondere Reiz der Industrienacht ist, dass die Führungen durch die hell erleuchteten Werkshallen am späten Abend und in der Nacht stattfinden. Dadurch bekommen sie ein ganz besonderes Flair.

Interessierte können auch "Exoten" besuchen

Neben den produzierenden Betrieben gibt es auch einige Exoten, die man wahrscheinlich bei einer Industrienacht nicht erwartet hätte: Die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität gewährt zum Beispiel Einblicke in Forschung und Lehre. Der Niersverband mit Sitz in Viersen zeigt den Besuchern, wie Abwässer gereinigt werden und wie Flüsse naturnah umgestaltet werden können.

Besondere Spannung verspricht der Rundgang durch die Müllverbrennungsanlage der Düsseldorfer Stadtwerke: In sechs riesigen Kesseln werden jährlich bis zu 450.000 Tonnen Müll verbrannt. Mit dem heißen Dampf werden im benachbarten Kraftwerk Flingern Strom und Fernwärme erzeugt.

Industrienacht ist auch für Jobsuchende interessant

Nicht zuletzt ist die "Lange Nacht der Industrie" auch eine ideale Plattform für Menschen, die einen Job oder eine Lehrstelle suchen. Denn viele der teilnehmenden Betriebe bietet feste Stellen und Ausbildungsplätze an. Schüler, Studenten und Fachkräfte können sich auf ihren Touren ein persönliches Bild von den Unternehmen machen und eventuell attraktive Karriereperspektiven entdecken. 

Stand: 12.10.2017, 16:32