Luftqualität in NRW: Zu viel Stickstoffdioxid

Luftqualität in NRW: Zu viel Stickstoffdioxid

  • Umweltminister Remmel stellt Bericht zur Luftqualität vor
  • Zu hohe NO2-Werte an fast der Hälfte der Messstellen
  • Feinstaub- und Ozon-Grenzwerte nicht überschritten

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist in den Städten NRWs unverändert hoch. Das zeigen die Ergebnisse der Messungen zur Luftqualität 2016, die das Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) am Dienstag (11.04.2017) in Solingen vorgestellt haben. An 60 von 127 Messstellen wurde 2016 der EU-Grenzwert für die mittlere Jahresbelastung nicht eingehalten. Besonders hoch belastet ist die Luft an stark befahrenen Straßen in Ballungsräumen.

Die meisten Grenzwertüberschreitungen gab es in Köln. Dort wurden an neun Stellen zu hohe Werte gemessen. Es folgen Essen und Düsseldorf mit fünf, Aachen, Dortmund, Neuss und Paderborn mit drei und Bielefeld, Hagen und Oberhausen mit zwei Messstellen. Die höchsten Jahresmittelwerte wurden am Clevischen Ring in Köln gemessen. Es folgen die Euskirchener Straße in Düren sowie die Corneliusstraße und die Merowingerstraße in Düsseldorf.

Hauptverursacher: Dieselfahrzeuge

Als Hauptverursacher der hohen NO2-Belastung gilt der Straßenverkehr und besonders Dieselfahrzeuge. "Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist das Problem Nummer eins in der Luftreinhaltung, nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Stickstoffdioxid in der Luft gefährdet die Gesundheit der Menschen", sagte Umweltminister Johannes Remmel am Dienstag. Eine erhöhte NO2-Belastung steigert das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

EU leitet Verfahren gegen Deutschland ein

Um die Luft in NRW weiter zu verbessern, forderte Remmel nicht nur weitere Anstrengungen und Maßnahmen der Städte und Gemeinden. "Die Automobilhersteller und die Behörden auf Bundes- und EU-Ebene sind jetzt in der Pflicht", sagte er. Wegen der seit 2010 anhaltenden Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen hat die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Es sei versäumt worden, die wiederholte Überschreitung der Grenzwerte durch NO2 in der Luft zu beenden. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat 2016 wegen der hohen NO2-Werte in Düsseldorf ein örtliches Fahrverbot für Dieselautos angeregt. Das Urteil liegt in der nächsten Instanz beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Grenzwerte für Feinstaub und Ozon nicht überschritten

Im Gegensatz zu den NO2-Werten sieht es bei anderen Schadstoffen besser aus in NRW. Laut dem Bericht wurden die Jahresmittelgrenzwerte für Feinstaub im dritten Jahr in Folge eingehalten. Auch die EU-Grenzwerte für Schwefeldioxid, Benzol und Ozon seien 2016 überall in der EU eingehalten worden.

Stand: 11.04.2017, 12:42