Zahl der verurteilten Jugendlichen in NRW gesunken

Zahl der verurteilten Jugendlichen in NRW gesunken

Von Rainer Striewski

  • Justizminister stellt Strafverfolgungsstatistik vor
  • Weniger Jugendliche verurteilt
  • Ausländeranteil an Verurteilungen gestiegen

Die Zahl der verurteilten Jugendlichen ist seit 2004 in NRW stark gesunken. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hat am Montag (20.03.2017) die Strafverfolgungsstatistik von 2004 bis 2015 vorgestellt. Danach hat sich die Zahl der verurteilten Jugendlichen in den vergangenen Jahren halbiert - auf 7.525. Kutschaty wertete das als Erfolg des rot-grünen Präventionsprogramms "Kein Kind zurücklassen".

Auch die Zahl der Verfahren zu Gewaltdelikten wie Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung haben sich laut Kutschaty halbiert. Der Rückgang gehe quer durch alle Altersgruppen. "Die häufig nach dem reinen Bauchgefühl geäußerte Stammtischmeinung, früher war alles besser, findet in der Strafverfolgungsstatistik keine Stütze", sagte Kutschaty.

Doch die sinkende Gesamtkriminalität habe auch eine "Kehrseite", so Kutschaty. Denn der Anteil der Täter, die bereits vorbestraft sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Täter werden also häufig rückfällig. "Wir haben es bei den Erwachsenen mit einer schwierigeren Klientel zu tun als früher", erklärte der Minister.

Ausländeranteil gestiegen

Stark gestiegen ist auch der Ausländeranteil an allen Verurteilungen - von 22 auf 30,7 Prozent. Besonders bei Wohnungseinbrüchen ist der Anteil der ausländischen Straftäter stark gestiegen. 2004 lag er bei 29,9 Prozent, 2015 bei 54,9 Prozent. Bestimmte Strafdelikte könnten allerdings nur Ausländer begehen, sagte Kutschaty - etwa Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz.

Die CDU-Oppositon nannte Kutschatys Äußerungen "irritierend". So seien die Einbruchszahlen seit 2004 um fast 20.000 angestiegen, die Zahl der Verurteilungen aber lediglich um 189 Personen gestiegen, sagte Jens Kamieth, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. "Gerade da, wo es für die Opfer einen erheblichen Eingriff in die Privat- und Intimsphäre gibt, kann die Landesregierung keinen Erfolg vorweisen."

Stand: 20.03.2017, 14:43