NRW-AfD: Kritiker nennt Rückzug Petrys souverän

Frauke Petry von der AfD

NRW-AfD: Kritiker nennt Rückzug Petrys souverän

AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry hat am Mittwoch (19.04.2017) überraschend eine Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl ausgeschlossen. Der NRW-Landesvorsitzende Martin Renner nennt den Schritt souverän.

Drei Tage vor dem Bundesparteitag der AfD in Köln hat die Parteichefin am Mittwoch (19.04.2017) für eine politische Überraschung gesorgt. In einer Videobotschaft auf ihrer Facebook-Seite sagt Frauke Petry, sie wolle gar nicht Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Bundestagswahl werden - weder alleine noch zusammen mit anderen Mitgliedern des Parteivorstandes.

Renner nennt Entscheidung souverän

Damit weicht Petry einem drohenden Machtkampf beim Bundesparteitag aus. Aus dem NRW-Landesverband gibt es zunächst keine offizielle Reaktion auf diesen Schritt. Petry-Kritiker Martin Renner, einer von zwei NRW-Landesvorsitzenden der AfD, sagte dem WDR, Petrys Schritt habe ihn überrascht. "In Anbetracht der letzten Tage ist dies jedoch eine sehr souveräne Entscheidung." Wichtig sei nun, dass die AfD die einigenden Signale in den Vordergrund stelle.

Frauke Petry ist mit dem NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell verheiratet. Kritiker wie Renner werfen dem Paar vor, die AfD dominieren zu wollen. Pretzell nahm am Abend in der WDR-Fernsehsendung "Aktuelle Stunde" Stellung. Er widersprach dem Eindruck, Petrys Schritt könne im nordrhein-westfälischen Wahlkampf stören. "Der Rückzug schwächt uns in Nordrhein-Westfalen überhaupt nicht", sagte Pretzell. Die NRW-AfD habe den von Petry eingeforderten realpolitischen Kurs schon vor langer Zeit eingeschlagen. Wer nun die AfD in den Bundestagswahlkampf führen solle, müsse der Parteitag am Wochenende entscheiden.

Stand: 19.04.2017, 19:03