AfD-Landeschef Pretzell distanziert sich von Gauland

AfD-Landeschef Pretzell distanziert sich von Gauland

  • Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten Gauland seien nicht Sprachwahl Pretzells.
  • Gauland hatte gesagt, SPD -Politikerin Özoguz solle in Anatolien "entsorgt" werden.
  • AfD-Fraktionsmitglied in NRW ruft Laschet "Sie gehören entsorgt" entgegen.

Im Interview mit der WDR-Sendung "Eins zu Eins" hat sich Marcus Pretzell am Donnerstag (14.09.2017) gegen Alexander Gauland positioniert. Der Spitzenkandidat der AfD für die Bundestagswahl hatte vor Wochen gesagt, SPD-Politikerin Aydan Özoguz in Anatolien "entsorgen" zu wollen. Davon distanzierte sich Pretzell nun.

Pretzell, Landesvorsitzender und Fraktionschef der NRW-AfD, bekräftigte, die Aussage Gaulands sei nicht seine Sprachwahl. "Weil man deutsche Staatsbürger nicht in Anatolien entsorgt."

Pretzell zählt sich zum realpolitischen Flügel

Der AfD-Landeschef und seine Ehefrau Frauke Petry, die Bundeschefin der Partei, wollen sich seit einem Parteitag im April von extremen Äußerungen abgrenzen. Sie werben in der AfD für einen aus ihrer Sicht realpolitischen Kurs. Allerdings war Pretzell selbst in der Vergangenheit durch umstrittene Äußerungen aufgefallen. Zuletzt bezeichnete er einige Parteimitglieder als "Hirntote" und "Steroidopfer".

Umstrittener Zwischenruf in NRW-Regierungserklärung

Die Äußerung Alexander Gaulands war dagegen auch Thema in der Regierungserklärung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch (13.09.2017). Dieser hatte die Alternative für Deutschland in seiner Rede scharf attackiert. Der AfD-Abgeordnete Christian Blex hat dabei laut Ohrenzeugen "Sie gehören entsorgt" gerufen. Blex bestätigte auf WDR-Anfrage diesen Zwischenruf.

Allerdings habe er sich unter anderem auf Außenminister Sigmar Gabriel bezogen, so Blex. Der damalige SPD-Chef soll 2012 gesagt haben, man wolle die schwarz-gelbe "Regierung Merkel rückstandslos entsorgen". Für den Zwischenruf erhielt Blex am Donnerstag (14.09.2017) eine sogenannte nicht förmliche Rüge durch den Landtagspräsidenten.

Stand: 14.09.2017, 11:37