Wehrhahn-Anschlag: Ermittler gehen weiter von Einzeltäter aus

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Wehrhahn-Anschlag: Ermittler gehen weiter von Einzeltäter aus

  • Ralf S. war wohl Einzeltäter
  • Es gibt keine Hinweise auf eine Verbindung zum NSU
  • Ermittlungen zum Wehrhahn-Anschlag laufen weiter

Allein die Tatsache, dass bislang niemand die Belohnung, die damals mit 120.000 DM ausgelobt wurde, beanspruche, mache es unwahrscheinlich, dass es einen größeren Mitwisser-Kreis gegeben habe, so Herrenbrück. Die Ermittlungen zu möglichen Unterstützern laufen aber weiter.

Keine Verbindung zum NSU

Einen Zusammenhang zum NSU schloss der Staatsanwalt aus. Bereits 2012 hätten Ermittlungen des BKA ergeben, dass es keine Anhaltspunkte für eine Verbindung gebe. Der Anschlag sei weder im sogenannten NSU-Bekennervideo enthalten, noch hätten sich in der abgebrannten Wohnung des NSU in Zwickau Hinweise gefunden.

Rolle des Verfassungsschutzes unklar

Zur Rolle des Verfassungsschutzes beim Wehrhahn-Anschlag werden die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses  in nicht öffentlicher Sitzung erneut den damaligen Ermittlungsleiter Dietmar Wixfort befragen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass ein V-Mann des Verfassungsschutzes NRW für den mutmaßlichen Täter Ralf S. im Tatzeitraum gearbeitet hatte. Diese Information hatte der Verfassungsschutz aber jahrelang zurückgehalten.

Nach WDR-Informationen gab es einen ersten vagen Hinweis erst 2004. Vollumfänglich hatte der Verfassungsschutz die Polizei erst 2012 über seinen V-Mann unterrichtet. Diese Informationen wären 2000 wichtig für die Polizei gewesen, denn schon damals zählte Ralf S. zu den Hauptverdächtigen.      

Stand: 17.02.2017, 14:48