Laumann: Impfpflicht nur im Seuchenfall

Karl-Josef Laumann

Laumann: Impfpflicht nur im Seuchenfall

  • Gesundheitsminister Laumann zur Forderung nach Impfpflicht.
  • Bisher wäre Pflicht-Impfung nur im Seuchenfall möglich.
  • CDU/FDP-Regierung will mehr Impf-Angebote.

Der neue NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will den Impfschutz verbessern. "Masern sind keine Kinderkrankheit, sondern können sogar lebensgefährlich werden. Um sie auszurotten, braucht es laut Experten eine hohe Impfquote von mindestens 95 Prozent", sagte der CDU-Politiker am Montag (17.07.2017). Zuallererst müsse auf Aufklärung gesetzt werden. "Ich kann aber auch diejenigen Stimmen gut verstehen, die sagen: Wir brauchen eine Impfpflicht", so Laumann.

Hohe rechtliche Hürden

Allerdings seien die rechtlichen Hürden in Deutschland hoch. "Bislang wäre eine Impfpflicht wohl nur im Seuchenfall möglich. Ob eine Impfpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar wäre, ist umstritten", sagte Laumann.

Impfen gegen Krankkeiten

KiRaKa | 13.03.2017 | 03:54 Min.

Vor diesem Hintergrund begrüße Laumann, dass Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit der Meldepflicht für Kitas "schon mal einen ganz wichtigen, praktikablen Schritt zur Verbesserung der Impfquote gemacht hat: Kitas müssen dem Gesundheitsamt Eltern melden, die bei der Aufnahme ihres Kindes in der Kita keine Impfberatung nachweisen können".

Koalition will mehr Angebote

Im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-gelben Landesregierung wird "eine deutliche Verbesserung der Impfquoten" angestrebt, um gefährliche Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Masern endgültig auszurotten. "Wir werden entsprechende Konzepte und Kampagnen erarbeiten. Wir wollen aufsuchende Impfangebote mit Hilfe einer Rahmenvereinbarung stärken, die eine Kostenbeteiligung der Krankenkassen beim aufsuchenden Impfen durch den öffentlichen Gesundheitsdienst sichert", heißt es weiter.

Stand: 17.07.2017, 18:18