Wohnen in NRW

Montage: Screenshot NRW Karte, Wohngebäude

Wohnen in NRW

Nur ein Drittel der Menschen in NRW sagt, dass es auf dem Wohnungsmarkt in NRW gerecht zugeht. Die Frage, wo jemand wohnt, ist meistens eng damit verbunden, wie viel er fürs Wohnen ausgeben kann - insofern auch ein Indikator für Gerechtigkeit.

Im Durchschnitt gaben im Jahr 2013 Mieter 27,9 Prozent ihres Einkommens für die Wohnung aus. Gerade in den Städten dürfte diese Zahl nach oben gehen - denn dort sind die Mieten weiter gestiegen.

Zudem macht der Anteil der Energiekosten einen immer größeren Anteil der Wohnkosten aus. Teure Wohnungen führen unter anderem zu zwei Phänomen. Zum einen wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Ob der soziale Wohnungsbau Abhilfe schaffen kann, bewerten Experten skeptisch. Denn die Zahl der Sozialwohnungen in NRW nimmt seit Jahren ab.

Zum anderen sorgt diese Situation für soziale Segregation - also die verstärkte Aufspaltung in reiche und arme Quartiere innerhalb einer Stadt.

Die Zunahme von Armut in den Städten konzentriert sich nach Erkenntnissen von Soziologen auf bestimmte Gebiete innerhalb der Stadt. Im Allgemeinen zeichnen sich diese Gegenden dadurch aus, das finanzstarke Haushalte wegziehen und finanzschwache Haushalte nachrücken.

Die Folge: Es bilden sich Quartiere, die sich durch billige Wohnungen in unattraktiven Lagen auszeichnen. Solche Effekte lassen sich vor allem im Ruhrgebiet und entlang der Rheinschiene beobachten.

Der Zugang zu Bildung ist in diesen Gegenden schwieriger als in wohlhabenderen Stadtteilen, wie unter anderem das Beispiel Essen zeigt. Das führt dazu, dass die wenigen, die auf der sozialen Treppe nach oben kommen, schnell aus den Gegenden wegziehen.

Stand: 26.04.2017, 05:00