Tombola und Erfrischungsgeld für Wahlhelfer

Wahlhelfer leeren eine Urne

Tombola und Erfrischungsgeld für Wahlhelfer

  • Für die Landtagswahl am 14. Mai werden rund 110.000 Wahlhelfer gebraucht
  • Noch längst nicht alle Städte haben ihre Freiwilligen zusammen
  • Viele locken mit besonderen Angeboten

In 128 Wahlkreisen werden am 14. Mai die neuen Abgeordneten des künftigen Landtags NRW gewählt. Wahllokale wird es aber weitaus mehr geben, da die einzelnen Wahlkreise meist in Unterbezirke aufgeteilt sind. Während es in Düsseldorf, Essen und Oberhausen nach Auskunft der dortigen Sprecher gut aussieht, suchen Städte wie Dortmund, Duisburg und Köln teils noch händeringend nach Freiwilligen für diesen Tag.

In Duisburg fehlt noch die Hälfte

Von den 6.500 benötigten Helfern fehlten noch 1.300, sagt eine Sprecherin der Stadt Köln. In Duisburg werden noch etwa 1.000 Wahlhelfer gesucht. Allerdings sei die Situation dort bei den vergangenen Wahlen vorab ähnlich gewesen, es habe aber zuletzt noch viele Nachmeldungen gegeben, heißt es aus Duisburg.

Dortmund dagegen verzeichnet bereits konkrete Absagen. Viele der Wahlhelfer, die sonst zur Stelle sind, hätten keine Zeit, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter und spricht von einer "großen Herausforderung". Bislang sei es aber immer irgendwie noch gelungen, genug Helfer aufzutreiben.

Tombola in Mülheim

Ein Wahlhelfer vor einem Berg aus Stimmzetteln

Dabei locken die betroffenen Städte mit diversen Angeboten, um den ehrenamtlichen Einsatz attraktiver zu machen: In Köln gibt es ein "Erfrischungsgeld" - je nach Posten zwischen 40 und 100 Euro. Wer zu zweit kommt, erhalte 15 Euro "Teambildungsprämie". In Mülheim an der Ruhr hat die Stadtverwaltung eine Tombola mit 25 Preisen für die Freiwilligen gestartet - Gesamtwert 10.000 Euro, Hauptpreis: ein Reisegutschein in Höhe von 1.800 Euro. Die Idee scheint zu funktionieren: Mülheim habe seine Wahlhelfer bereits zusammen, erklärt ein Stadtsprecher.

Wie geht Wahlhelfer? Infos im Internet

Im Internet informieren viele Städte ausführlich darüber, wie die Aufgaben der Wahlhelfer genau aussehen und was es zu beachten gilt. Die Stadt Duisburg beispielsweise informiert mittels Schulungsclips online über den Ablauf am Wahltag im Wahllokal. Zwei Schichten wechseln sich dort im Lauf des Tages ab. Generell müssen laut Gesetz mindestens drei Wahlhelfer ständig in einem Wahllokal anwesend sein, fünf sind während der späteren Stimmauszählung vorgeschrieben.

Zur Not wird zwangsverpflichtet

Aber auch wenn die Städte nicht genügend Wahlhelfer auftreiben, sei die Landtagswahl nicht gefährdet, meldet das Landesinnenministerium. In dem Fall würden Mitarbeiter der Städte und Gemeinden für den Dienst am Sonntag zwangsverpflichtet. Wer zum Wahlhelfer berufen wird, ist zur Übernahme dieses Ehrenamts verpflichtet. Ablehnen kann man dann nur mit wichtigem Grund. Nach Angaben des Innenministeriums komme das aber nur sehr selten vor.

Nach Auskunft des Landeswahlleiters treten mit den 31 Landeslisten der Parteien insgesamt 934 Listenbewerber an (Vergleich 2012: 710). 967 Bewerberinnen und Bewerber werden landesweit als Direktkandidaten auf den Stimmzetteln erscheinen (2012: 834).

Stand: 18.04.2017, 17:20