Die Positionen der NRW-Parteien zu G8 und G9

Montage: G8 und G9 steht auf einer Tafel in einem Klassenraum

Die Positionen der NRW-Parteien zu G8 und G9

Von Sabine Tenta

Immer mehr Bundesländern kehren ab vom Turbo-Abi, zuletzt haben die Bayern entschieden, dass Jugendliche nun doch neun Jahre Zeit bis zum Abitur haben sollen.

In NRW ist G8 seit seiner Einführung höchst umstritten. Wir zeigen, mit welchen Vorschlägen die NRW-Parteien in den Wahlkampf gehen. Wir blicken auf sieben Parteien: Auf die, die aktuell im Landtag vertretenen sind und auf die, die Chancen auf einen Einzug ins Parlament haben.

SPD: G8 und G9 an allen Gymnasien

Die SPD hält G8 für gescheitert und will darum die Sekundarstufe I an den Gymnasien wieder auf sechs Jahre verlängern. Dann soll es eine Wahlfreiheit für Schüler geben: Sie entscheiden ab Klasse zehn, ob sie das Abitur nach 12 oder 13 Schuljahren machen möchten. "Jedes Kind bekommt mit uns die Zeit, die es braucht." Das heißt konkret, dass jedes Gymnasium G8 und G9 anbieten muss.

CDU: Gymnasien entscheiden über Schulzeit bis zum Abi

 ILLUSTRATION - Schüler strecken in einem Unterrichtsraum die Finger in die Höhe, an der Tafel steht "G9"

Die CDU hatte zusammen mit der FDP das Turbo-Abi in NRW eingeführt. Den Wunsch vieler Eltern zu G9 zurückzukehren führt die CDU auf die rot-grüne Schulpolitik zurück. Eine "Wiedereinführung des G9 ohne Vorbereitung" lehnt die CDU ab, dies löse "unnötige Unruhe an den Gymnasien" aus. Darum sollen G8 und G9 gleichberechtigt im Schulgesetz verankert werden. Die Gymnasien sollen frei entscheiden können, welche Schuldauer sie anbieten.

Grüne: Individuelle Lernzeit

Die Grünen wollen über ein Modell der "individuellen Lernzeit" letzten Endes jeden Schüler selbst entscheiden lassen, ob er sein Abitur nach acht oder neun Jahren macht. Gymnasien und Gesamtschulen sollen jeweils einen acht- und neunjährigen Weg zum Abitur anbieten.

FDP: Entscheidungsfreiheit für jede Schule

Die Würfel zeigen symbolisch G8 und G9 für die gymnasiale Ausbildung

Die Liberalen plädieren dafür, dass jede Schule selbst darüber entscheiden soll, ob G8 oder G9 angeboten wird: "Die einzelne Schule weiß selbst am besten, was für die Schüler am besten ist", heißt es im Wahlprogramm. Die FDP gehörte einst zu den größten Verfechtern der Abitur-Verkürzung.

Piraten: Rückkehr zu G9 und flexible Oberstufe

Die NRW-Piraten wollen eine Rückkehr zu G9 an den Gymnasien und "die Einführung einer flexiblen Oberstufe". Die Verkürzung der Abiturzeit "bietet nicht genügend Zeit für die eigene Lernentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung."

Linke: Rückkehr zu G9 und gemeinsame Schule bis zur 10. Klasse

Die Linke fordert in ihrem Wahlprogramm: "Schulzeitverkürzung (G8) an Gymnasien sofort zurücknehmen." Die Partei setzt sich für "den gemeinsamen Besuch einer Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse nah am Wohnort" ein. Für den weiteren schulischen Weg sollen "Oberstufenzentren eingerichtet werden."

AfD: Rückkehr zu G9, G8 freiwillig

Die AfD fordert in ihrem Wahlprogramm eine Rückkehr zu G9. G8 solle "auf freiwilliger Basis" möglich sein. Die Partei kritisiert, dass das Turbo-Abi die Schüler belaste. Die Stoffverdichtung und die erhöhte Stundenzahl in der Oberstufe verhinderten das gründliche Lernen und führten dazu, dass manche frühzeitig scheitern.

Stand: 11.05.2017, 00:01