Michael Groschek soll die NRW-SPD führen

Michael Groschek soll die NRW-SPD führen

Von Sabine Tenta

  • Parteigremien einigen sich auf Groschek.
  • Sonderparteitag am 10.06.2017 soll ihn wählen.
  • Bundestagswahl steht im Fokus.

Fraktionschef Norbert Römer verkündete am Freitag (19.05.2017) in der SPD-Geschäftsstelle, dass sowohl Präsidium als auch Landesvorstand Michael Groschek einstimmig als Kandidaten für den Parteivorsitz vorgeschlagen haben. Auf einem Sonderparteitag am 10.06.2017 wird sich Groschek der Basis zur Wahl stellen.

Auf Groscheks Wunsch wurde die 48-jährige aus Münster stammende Svenja Schulze, die im Kabinett Kraft Wissenschaftsministerin war, als Generalsekretärin vorgeschlagen. Damit hat der größte Landesverband der SPD sich nur fünf Tage nach der Wahlniederlage und dem Rücktritt von Hannelore Kraft auf eine neue Spitze geeinigt.

Martin Schulz setzt auf Groscheks Mobilisierungskraft

An beiden Partei-Sitzungen nahm auch der SPD-Bundesvorsitzende Martin Schulz teil. Er ist "sehr dankbar für die schnelle Entscheidungsfindung." Schulz betonte seine langjährige Freundschaft mit Groschek, "wir verfolgen inhaltlich die gleichen Ziele, kommen aus dem gleichen Lager." Dann lobte der Kanzlerkandidat "die Mobilisierungskraft" von Michael Groschek.

Analyse der Niederlage nach der Bundestagswahl

Ein Schub aus NRW wird im Bundestagswahlkampf dringend gebraucht, deshalb setzt die Partei mit dem alten Haudegen Groschek auf Erfahrung und in vielen Kämpfen erprobte Angriffskraft. Groschek kündete an, dass die Partei sich in einer ersten Phase auf die Bundestagswahl konzentriert und in einer zweiten Phase, die von Oktober bis Januar dauern soll, werde man sich mit den Gründen für die Wahlniederlage auseinandersetzen: "Nichts wird unter den Teppich gekehrt", so der designierte NRW-SPD-Parteichef.

Alte Gesichter für einen Neuanfang

Mit Groschek und Schulze übernehmen zwei Minister aus dem Kabinett Kraft das Ruder. Das ist für Martin Schulz aber keine Belastung, ganz im Gegenteil: "Parteien brauchen Kontinutität." Zudem würde Svenja Schulze eine junge Wählerschaft ansprechen. Und Groschek sagte trotzig: "Ich schäme mich nicht meiner Arbeit."

Groschek der Übergangskandidat

Mike Groschek ist 60 Jahre alt, bei der nächsten Landtagswahl in fünf Jahren hätte er das Rentenalter erreicht. Wird er dann auch der Herausforderer von Armin Laschet? Groschek antwortete ausweichend auf die Frage. Wichtig sei nun, sich auf die nächsten Wahlen zu konzentrieren und nannte neben der Bundestagswahl noch die Europa- und die Kommunalwahlen.

Die nächsten Europawahlen sind 2019, die nächsten Kommunalwahlen in NRW im Herbst 2020. Kann also gut sein, dass danach ein Spitzenkandidat das Ruder der NRW-SPD übernimmt, um dann 2022 um den Wiedereinzug in die Staatskanzlei zu kämpfen.

Stand: 19.05.2017, 17:47