Piraten-Spitzenkandidat gesteht Fehler ein

Piraten-Spitzenkandidat gesteht Fehler ein

  • Wiedereinzug der Piraten in Landtag unwahrscheinlich.
  • Umfragewerte vor Wahl am Sonntag (14.05.2017) im Keller.
  • NRW-Spitzenkandidat Marsching gesteht Fehler ein.
Mann steht an einem Rednerpult

Nach verschwindend geringen Wahlergebnissen im Saarland und in Schleswig-Holstein dürften die Piraten bei der NRW-Wahl am Sonntag (14.05.2017) auch aus dem letzten Landtag fliegen, in dem sie zurzeit noch vertreten sind. Dort waren sie mit 20 Abgeordneten eingezogen, bekamen 2012 7,8 Prozent der Stimmen. Die Umfragewerte waren zuletzt so schlecht, dass die Partei nur noch unter "Sonstige" eingeordnet wurde.

Fehler in der Kommunikation

Spitzenkandidat Michele Marsching blickt im Interview mit dem WDR5 Morgenecho auch selbstkritisch zurück: "Wir haben viele Fehler in der Kommunikation gemacht, waren lange zu defensiv. Wir haben Gutes getan, aber nicht drüber geredet." Auch interne Probleme hätten zum Absturz beigetragen.

Wahlplakate hängen über Menschen, die an PCs arbeiten

Eine "andere Protestpartei" habe den Piraten den Rang abgelaufen, sagte Marsching und meinte damit die AfD. "Wer reinen Protest will, wählt jetzt etwas anderes." Die Flüchtlingskrise sei den Menschen näher als das, was mit den Jobs im Angesicht der Digitalisierung in den nächsten 20 Jahren passiere.

Wahlparty soll es trotzdem geben

Thematisch setzten die Piraten vor der Wahl unter anderem auf die Verlagerung von Güterverkehr von den Straßen auf Schienen und Wasser. In der Schule sollten flächendeckend digitale Medien Einzug halten: "Wenn wir noch zehn Jahre warten, bringen uns die Schüler bei, wie man mit digitalen Medien umgeht."

Auch wenn es wohl nichts zu feiern gibt, wird es eine "Wahlparty" geben, sagte der Fraktionschef. "Das haben sich die Mitglieder nach dem Wahlkampf auch verdient."

Stand: 12.05.2017, 11:52