Kinderbetreuung in NRW: Die Fakten

Ein kleiner Junge spielt in einer KiTa mit einem Bagger

Kinderbetreuung in NRW: Die Fakten

Können mehr und besser geförderte Elterninitiativen dazu beitragen, das Angebot der Kinderbetreuung in NRW zu steigern? Markt hat sich die Fakten angeschaut.

Die Elternschaft aus der KiTa "Biberburg" aus Albersloh im Münsterland würde sagt: Ja! Wegen fehlender Plätze hatte sie die Gründung einer eigenen KitA in die Hand genommen und betreut heute mehr als 50 Kinder. 22 Jahre sind seit der Gründung vergangen. Elterninitiativen wie die in Albersloh gibt es mittlerweile mehr als 1.000 in NRW.

Experte: Neue Wege in der Betreuung

Professor Reiner Strätz ist ein ausgewiesener Kenner der KiTa-Landschaft in NRW – und ein Befürworter von Elterninitiativen. Sie seien es, die oft neue Wege beschritten, sagt er und nennt Beispiele wie: zweisprachige Kindergärten, Waldkindergärten, Kindergärten mit dem Schwerpunkt Bewegung oder Musik. Das ganze System sei chronisch unterfinanziert, sagt Strätz. Und das treffe insbesondere die Elterinitiativen. "Das Erste, wofür das Land sorgen sollte ist, dass niemand in den Elterninitiativen auf Kosten sitzen bleibt", so Strätz.

Pauschale reicht häufig nicht

Jede KiTa bekommt heute eine Pauschale pro betreutem Kind. Problem: Bekommen die Erzieherinnen mehr Lohn, fehlt das Geld an anderer Stelle - etwa für die Instandhaltung der Gebäude. Das müssen dann Eltern mit ihrem Beitrag ausgleichen. Wichtig ist es heute aber vor allem, vor der Gründung einer Kita eine gute Beratung zu bekommen, denn die gesetzlichen Anforderungen sind massiv und das Projekt sollte daran nicht scheitern.

Unterstützung regelt das Gesetz

Paragraph 25 des Sozialgesetzbuches (VIII) acht schreibt vor: "Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte, die die Förderung von Kindern selbst organisieren wollen, sollen beraten und unterstützt werden". Träger brauchen die Sicherheit, wenigstens steigende Personalkosten aus Tariferhöhungen zurück zu bekommen, sagt Rainer Strätz. Und ihm sei wichtig, dass sich endgültig der Gedanke durchsetze, dass Geld, das in die Bildung fließt, keine Kosten seien sondern Investitionen, die sich mehrfach auszahlen würden.

Stand: 09.05.2017, 12:36