Kinderbetreuung: Elterninitiativen stärken

Ein Kind und seine Eltern

Kinderbetreuung: Elterninitiativen stärken

Die Zahl der Plätze in der Kinderbetreuung ist gestiegen - doch die Nachfrage ist stärker als das Angebot. Die Sendung Markt hat Bürger befragt, welche Ideen sie haben, um das Problem zu lösen. Hier lesen Sie, wie die Parteien auf die Vorschläge der Menschen reagieren.

Der Vorschlag
Ein Bürger schlägt vor: "Man sollte private Elterninitiativen mehr unterstützen".

Die Ausgangslage
Für das kommende Kindergartenjahr haben die Jugendämter nach Informationen des Schulministeriums rund 658.000 Betreuungsplätze gemeldet. Die jetzige Landesregierung spricht davon die Zahl der Betreuungsplätze seit 2010 um mehr als 100.000 Plätze erhöht zu haben. Und trotzdem reicht es noch nicht. Was könnte man verbessern?

Was sagen die Parteien zu diesem Vorschlag?

Angefragt wurden alle Parteien, die nach den gängigen Umfragen realistische Chance haben, in den neuen Landtag einzuziehen oder zur Zeit vertreten sind.

Das sagt die SPD:

Nach der Wahl möchte die NRWSPD mit zusätzlichen Einnahmen des Landes den nächsten Schritt in Richtung kostenfreie Bildung gehen und bis 2018/19 Kitas in Kernzeiten von 30 Stunden gebührenfrei machen, in weitere Qualität, Erzieherstellen und flexiblere Öffnungszeiten investieren. Dies wird natürlich nur in enger Zusammenarbeit mit allen Trägern geschehen. Wie die besten Umsetzungswege sind, wird sich in der gemeinsamen politischen Diskussion zeigen.

Das sagen die Grünen:

Elterninitiativen leisten einen wichtigen Beitrag für die frühkindliche Bildung. Mit einem neuen Kita-Gesetz wollen wir die Trägervielfalt erhalten, jeder Kita eine Grundfinanzierung zahlen und einrichtungsspezifische Bedarfe berücksichtigen. Wir wollen sicherstellen, dass alle Träger ihre Erzieher*innen nach Tarif bezahlen können. Wir belassen es nicht bei unserer beispiellosen Aufholjagd beim U3-Ausbau. Wir steigern die Platzzahl und Qualität: u.a. durch verbesserte Fachkraft-Kind-Relation.

Das sagt die FDP:

Viele Elterninitiativen leiden darunter, dass Rot-Grün die neue Kita-Finanzierung nicht wie versprochen auf den Weg gebracht hat. Sie haben Recht: Da muss sich dringend was tun. Noch geringer ist die Zahl privater Betriebskitas, da die Unternehmen für eine Förderung Freie Träger zwingend beteiligen müssen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass Betriebskitas gefördert werden, wenn sie die allgemeinen Kita-Standards einhalten. Wir brauchen insgesamt mehr Engagement von privaten Anbietern – aber man muss sie auch lassen.

Das sagen die Piraten:

Grundsätzlich fällt frühkindliche Bildung natürlich in die Zuständigkeit des Landes bzw. der Kommunen. Neben dem quantitativen Ausbau muss dringend der qualitative Ausbau vorangetrieben werden. Kindertagespflege, im Regelfall in privater Hand, ist eine hervorragende Ergänzung des bestehenden Systems, gerade auch im Hinblick auf Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf. Private Kitas lehnen wir dagegen ab.

Das sagt die Linke:

Die Vorschläge zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, vor allem auf dem Land, gehen in eine gute Richtung. Wir brauchen dringend einen besseren und vor allem auch für alle Menschen bezahlbaren ÖPNV. DIE LINKE möchte einen fahrscheinlosen öffentlichen Verkehr, der solidarisch finanziert wird. Das Schienennetz sollte schnell saniert und ausgebaut werden. Busse und Bahnen müssen häufiger fahren. Das verbessert den Verkehr und ist wichtig für die Umwelt.

CDU und AfD haben auf die Markt-Anfrage nicht reagiert. (Stand: 10. Mai 2017, 16.00 Uhr)

Stand: 10.05.2017, 16:22