Mal knapp, mal überraschend: Die wichtigsten Wahlergebnisse

Mal knapp, mal überraschend: Die wichtigsten Wahlergebnisse

Laschet verliert fast sein Mandat , SPD-Promis retten sich in den Landtag und bei der AfD zerplatzt ein Traum - die wichtigsten Ergebnisse zur NRW-Wahl im Überblick.

Armin Laschet, CDU, Erststimmen

Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen hat CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet seinen Wahlkreis in Aachen knapp gewonnen. Lange war fraglich, ob er sich überhaupt durchsetzt. Am Ende hatte Laschet einen Vorsprung von 567 Stimmen. Eine Niederlage wäre brisant gewesen: Denn in Nordrhein-Westfalen kann - anders als in anderen Bundesländern - nur Ministerpräsident werden, wer ein Landtagsmandat besitzt.

Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen hat CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet seinen Wahlkreis in Aachen knapp gewonnen. Lange war fraglich, ob er sich überhaupt durchsetzt. Am Ende hatte Laschet einen Vorsprung von 567 Stimmen. Eine Niederlage wäre brisant gewesen: Denn in Nordrhein-Westfalen kann - anders als in anderen Bundesländern - nur Ministerpräsident werden, wer ein Landtagsmandat besitzt.

Noch-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft konnte ihren Wahlkreis in Mülheim an der Ruhr wieder gewinnen - wenn auch mit deutlichen Verlusten. Mit 43,7 Prozent lag Kraft weit weg vom Ergebnis 2012. Damals war sie noch mit 59,1 Prozent gewählt worden. Trotz ihres Rücktritts von allen Parteiämtern will die SPD-Frau ihr Mandat als normale Landtagsabgeordnete fortführen. "Eine gute Abgeordnete sein für meinen Wahlkreis Mülheim an der Ruhr", sagte sie am Wahlabend zu ihren politischen Zielen.

Trotz der massiven Kritik an seiner Arbeit konnte Innenminister Ralf Jäger den Wahlkreis in seiner Heimatstadt Duisburg klar gewinnen. Mit 40,6 Prozent lag der SPD-Mann deutlich vor seinem erst 26 Jahre alter CDU-Herausforderer Nicolas Back. Aber auch Jäger musste deutliche Verluste hinnehmen. Vor fünf Jahren hatten ihn die Wähler im Wahlkreis Duisburg III noch mit 58,4 Prozent in den Landtag gewählt.

Eine Überraschung gab es im Wahlkreis Köln V. Dort konnte der NRW-Vorsitzende der Jungen Union (JU), Florian Braun, das Direktmandat gewinnen. Er setzte sich knapp gegen den bisherigen Fraktionsvize und ehemaligen OB-Kandidaten Jochen Ott durch. Der SPD-Mann wird aber trotzdem im Landtag sitzen, da er dank eines vorderen Platzes auf der Landesliste ein Mandat bekommt. Der jüngste Abgeordnete wird JU-Chef Braun aber nicht sein. Über diesen "Titel" kann sich Alexander Brockmeier freuen. Der FDP-Politiker ist 24 Jahre alt.

Auch ein anderer Kölner Wahlkreis sorgt für Schlagzeilen: Köln III. Dort war das Feld der Parteien bei den Zweitstimmen besonders eng. Während die CDU mit 19,6 Prozent ihr landesweit schlechtestes Ergebnis einfuhr, konnten sich im Gegenzug die Grünen über ihr stärkstes Resultat in ganz NRW freuen.

Aus der Landeshauptstadt Düsseldorf zieht ein neues Gesicht mit einem altbekannten Namen in den Landtag ein: Angela Erwin. Die 36-Jährige ist die Tochter des ehemaligen Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin. Neben ihr konnten auch die anderen drei CDU-Kandidaten die Wahlkreise in Düsseldorf gewinnen. Damit eroberte die Partei alle Mandate von der SPD zurück.

Die bislang oberste Repräsentantin des Parlaments, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, wird auch dem neuen Plenum angehören. Sie setzte sich mit 42,8 Prozent gegen die CDU-Kandidatin Regina van Dinthe durch. Bei der vorherigen Wahl waren es noch 54,9 Prozent für Gödecke gewesen. Ihr Amt ist die SPD-Frau zudem los. Traditionell stellt nämlich die stärkste Fraktion den Landtagspräsidenten - was nun die CDU ist.

Über ein besonders gutes Ergebnis kann sich die AfD im Wahlkreis Gelsenkirchen II freuen. Dort entschieden sich 15,2 Prozent der Wähler für die Partei - der höchste Wert in ganz NRW. Aber auch in den Wahlkreisen Duisburg IV - Wesel V sowie Gelsenkirchen I waren es mit über 14 Prozent deutlich mehr als im Landesschnitt (7,4 Prozent). Zum Vergleich: Den schlechtesten Wert gab es in Münster mit 3,4 Prozent.

Mit Spannung wurde auf den Wahlkreis Essen I - Mülheim II geschaut. Dort kandidierte neben Justizminister Thomas Kutschaty auch Guido Reil. Der AfD-Bewerber war jahrelang SPD-Mitglied und sollte für seine neue Partei viele Wählerstimmen mit rüberholen. Sogar von einem Sieg hatte die AfD geträumt. Am Ende setzte sich Kutschaty dann aber doch klar durch.

In Heiligenhaus im Kreis Mettmann wurde im Wahlbezirk Mettmann III der bisherige Bürgermeister Jan Heinisch in den Landtag gewählt. Der 41-Jährige wird sich jetzt ganz auf seine Arbeit im Landtag konzentrieren. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird noch in diesem Jahr gewählt werden, vermutlich parallel zur Bundestagswahl am 24.09.2017.

Stand: 15.05.2017, 15:25 Uhr