Die Gewinner und Verlierer

Die Gewinner und Verlierer

Von Sabine Tenta

Das SPD-Stammland wird schwarz - es ist eine historische Wahl in NRW.
Eine Übersicht der Gewinner und Verlierer des Wahlabends.

Wahlparty CDU Laschet

Der Wahlsieger: Armin Laschet, Vorsitzender der NRW-CDU und Spitzenkandidat seiner Partei, wird als Wahlsieger sehr wahrscheinlich die nächste Regierung anführen. Armin Laschet braucht übrigens zwingend ein Landtagsmandat, wenn er Ministerpräsident werden will. Denn laut Landesverfassung wählt der Landtag "aus seiner Mitte" den Regierungschef. Seinen Wahlkreis (Aachen II) hat Armin Laschet vor fünf Jahren nicht gewonnen, damals ging das Direktmandat an die SPD-Abgeordnete Daniela Jansen. Diesmal war es knapp, er holte den Wahlkreis mit 35,79 Prozent der Stimmen, Jansen gewann 34,85 Prozent.

Der Wahlsieger: Armin Laschet, Vorsitzender der NRW-CDU und Spitzenkandidat seiner Partei, wird als Wahlsieger sehr wahrscheinlich die nächste Regierung anführen. Armin Laschet braucht übrigens zwingend ein Landtagsmandat, wenn er Ministerpräsident werden will. Denn laut Landesverfassung wählt der Landtag "aus seiner Mitte" den Regierungschef. Seinen Wahlkreis (Aachen II) hat Armin Laschet vor fünf Jahren nicht gewonnen, damals ging das Direktmandat an die SPD-Abgeordnete Daniela Jansen. Diesmal war es knapp, er holte den Wahlkreis mit 35,79 Prozent der Stimmen, Jansen gewann 34,85 Prozent.

Die Wahlverliererin: Hannelore Kraft (SPD) ist noch amtierende Ministerpräsidentin und seit kurz nach 18 Uhr ehemalige Vorsitzende der NRW-SPD. Kaum, dass klar war, dass die SPD dramatische Verluste in ihrem Stammland hinnehmen muss, zog Kraft die Konsequenz und trat "mit sofortiger Wirkung" von allen Parteiämtern zurück. Ihren Wahlkreis in Mülheim verteidigte die 55-Jährige souverän mit 43,72 Prozent der Stimmen. "Ich werde fünf Jahre eine gute Landtagsabgeordnete sein", kündigte Kraft an.

Die abgewählte Ministerin: Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen, ist sicher im Landtag und mit Sicherheit auch künftig einfache Abgeordnete. Sie ist als Bildungsministerin abgewählt. Löhrmann hat bereits angekündigt, in der Fraktion kein besonderes Amt anzustreben. Es sei Zeit für einen Generationswechsel bei den Grünen in NRW.

Der historische Wahlsieger: FDP-Chef Christian Lindner ist als Spitzenkandidat seiner Partei angetreten und hat das beste Ergebnis seiner Partei in NRW eingefahren. Um ein Direktmandat hat er sich nicht bemüht. Er ist aber quasi in Düsseldorf ein Durchreisender, sein Ziel ist, die FDP wieder in den Bundestag zu führen. Darum ist Lindner auch Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl.

Die Zitternden: Özlem Alev Demirel ist die Spitzenkandidatin der Linken, auf Platz zwei der Landesliste ist Christian Leye. Dass es knapp werden würde mit dem Wiedereinzug in den Landtag hatte sich im Vorfeld abgezeichnet, dass es so knapp werden würde hingegen nicht. Bis zum frühen Montagmorgen zitterten die Linken um den Einzug ins Parlament, um 3.57 Uhr stand aber fest: Die Partei scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde und ist damit nicht im Landtag vertreten.

Die Neulinge im Parlament: Auch wenn die AfD ihr Wahlziel, mit einem zweistelligen Ergebnis in den Landtag einzuziehen, klar verfehlte, so kann die Alternative für Deutschland mit ihrem Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Marcus Pretzell doch klar in den Landtag einziehen. Und landet als neue Oppositionskraft deutlich vor den Grünen.

Die Gekenterten: Die Piraten sind nach nur einer Legislaturperiode aus dem Landtag geflogen. Ein Schritt, der sich schon seit Monaten abzeichnete. Entsprechend gefasst sind die Reaktionen der Piraten auf ihrer Wahlparty in Düsseldorf.

Der "Problembär" verteidigt sein Mandat: NRW-Innenminister Ralf Jäger war der Minister der Regierung Kraft, dessen Rücktritt am häufigsten gefordert wurde. Die Piratin Simone Brand bezeichnete ihn im Landtag sogar als Problembär. Egal ob es um die Hogesa-Krawalle 2014 in Köln oder um die massenhaften Übergriffe in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln ging - Kraft hielt beharrlich an ihm fest. Ein Fehler, wie viele politische Beobachter am Wahlabend meinen. Sein Direktmandat in Duisburg holte Jäger mit deutlichem Abstand.

Stand: 15.05.2017, 00:13 Uhr