Das Einkommen in NRW

Montage: Screenshot Balkendiagramm, Finger zählt Geld

Das Einkommen in NRW

Von Peter Schneider

Ist das Einkommen in NRW ungerecht verteilt? Wir haben nachgeschaut, ob sich diese Ungerechtigkeit mit Hilfe von offziellen Zahlen unter anderem aus dem NRW-Sozialbericht belegen lässt.

Der Blick auf das Einkommen in NRW zeigt, dass im Durchschnitt jeder Haushalt in NRW über 21.207 Euro verfügte.

Verfügbares Einkommen in NRW 2014

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IT.NRW hat das verfügbare Einkommen für das Jahr 2014 berechnet. Beim Klick auf die jeweiligen Gemeinden sehen Sie die Summe, die den privaten Haushalten im Jahr nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht.

Legende: Verfügbares Einkommen in NRW 2014

  • bis 20.000 Euro
  • 20.000 bis 23.000 Euro
  • 23.000 bis 26.000 Euro
  • mehr als 26.000 Euro

Was sich zeigt, sind regionale Unterschiede: In Blomberg im Kreis Lippe liegt das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen bei 40.909 Euro. In Kranenburg im Kreis Kleve sind es nur 15.233 Euro. Insgesamt ist die Summe im Ruhrgebiet niedriger als beispielsweise in weiten Teilen Ostwestfalens.

Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Statistiker die Summe, die den privaten Haushalten im Jahr nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht. Diese Zahl ermöglicht Aussagen zur lokalen Kaufkraft, berücksichtigt aber nicht die lokalen Preise.

Wie ist das Einkommen verteilt?

Auch hier wird wie bei vielen Statistiken der Blick auf den Durchschnittswert geworfen - Differenzen kann man so zwar regional feststellen, ob damit aber soziale Ungleichheiten einhergehen, bleibt offen.

Dafür lohnt sich der Blick auf die Verteilung des Einkommens. Dafür teilen die Statistiker die Bevölkerung in fünf oder zehn Teile auf - so genannte Quintile oder Dezile (Erläuterung der Begriffe unter den Grafiken).

Mehr Zuwachs bei den Besserverdienern

Bereinigt um die Haushaltsgröße ergeben sich deutliche Unterschiede. In der Grafik dargestellt ist das durchschnittliche Monatseinkommen je Einkommensgruppe. Die zehn Prozent der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen verdienen durchschnittlich im Monat 4.899 Euro, die 10 Prozent mit dem niedrigsten Einkommen erhalten 762 Euro monatlich. Die Veränderungen im 10-Jahres-Vergleich liegen bei 17,3 beziehungsweise 7,5 Prozent.

Steigende Einkommen vor allem bei Gutverdienern

In den Jahren von 2003 bis 2013 sind alle Einkommen gestiegen. Allerdings nicht gleichmäßig. Bei den obersten zehn Prozent liegt der Zuwachs bei 17,3 Prozent, die Einkommen bei den unteren zehn Prozent sind nur 7,5 Prozent nach oben gegangen. Das deckt sich mit weiteren Erkenntnissen.

So konstatiert der NRW-Sozialbericht 2016, dass die Ungleichheit der Verteilung bei den Bruttolöhnen von 2007 bis 2014 zugenommen habe: "Nur die oberen Leistungsgruppen (Führungskräfte sowie Expertinnen und Experten) hatten in diesem Zeitraum einen nennenswerten realen Verdienstzuwachs zu verzeichnen".

Keine Möglichkeit, Geld zurückzulegen

Im Alltag zeigt sich dieses Ungleichgewicht bei den Ausgaben. Während die unteren Einkommensklassen zwischen 83,1 (Single-Haushalte) und 58,4 Prozent (Paar mit zwei Kindern) ihres Einkommens für den Grundbedarf - also Wohnen, Kleidung und Nahrungsmittel - aufbringen müssen, sind es beim oberen Fünftel nur 34,3 beziehungsweise 30 Prozent.

Die Folge: Zum einen bleibt am unteren Ende weniger Geld übrig für soziale Teilhabe - also Bildung, Freizeitgestaltung oder das Auto. Zum anderen fehlt es vielfach komplett am Geld, um für unvorhergesehene Ausgaben oder die Altersvorsorge etwas zur Seite zu legen.

Bei den Single-Haushalten zeigt sich, dass erst ab dem vierten Quintil überhaupt nennenswert Geld eingespart werden kann. Der Aufbau von Vermögen ist hier nicht möglich.

Wie sich die Entwicklunge der Löhne und damit der Einkommen in den vergangenen Jahren auf eine Krankenschwester auswirken, hat die Monitor-Redaktion unter die Lupe genommen.

Stand: 26.04.2017, 05:00