NRW-Koalition will "Auseinandersetzung" mit Ditib

ARCHIV - Ditib-Logo vor einer türkischen und einer deutschen Fahne

NRW-Koalition will "Auseinandersetzung" mit Ditib

  • Koalition will Zusammenarbeit mit Ditib prüfen.
  • Keine Fortsetzung der bisherigen Kooperation.
  • Kritik an Ditib-Boykott der Kölner Friedensdemo.

"Wir brauchen eine knallharte Auseinandersetzung mit den Verbänden, die bisher die Integrationspolitik gemacht haben", erklärte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Joachim Stamp am Wochenende auf einer FDP-Regionalversammlung in Essen. Insbesondere mit dem Moscheeverband Ditib könne die bisherige Kooperation nicht fortgesetzt werden.

"Kaste von Funktionären"

Dr. Joachim Stamp

Übt Kritik: FDP-Politiker Joachim Stamp

"Wir werden mit Ditib so nicht mehr weitermachen", sagte Stamp, der als Integrationsminister im Gespräch ist und für diesen Politikbereich FDP-Verhandlungsführer bei den Koalitionsverhandlungen war. Die neue Landesregierung werde nur den Dialog und die Zusammenarbeit mit solchen Verbänden suchen, "die die Interessen der Muslime tatsächlich vertreten", so der FDP-Integrationsexperte vor den 400 Teilnehmern in Essen. "Mit dieser Kaste von Funktionären ist keine vernünftige Integrationspolitik zu machen." Dies habe gerade erst der Ditib-Boykott bei der Kölner Demonstration der Muslime gegen den islamistischen Terror gezeigt.

Abschaffung des Dialogforums Islam

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich CDU und FDP auf eine Abschaffung des "Dialogforums Islam" verständigt. Dieses Gesprächsformat habe "keine nennenswerten Ergebnisse" gebracht. Den Dialog mit den islamischen Verbänden will die schwarz-gelbe Landesregierung auf eine neue Grundlage stellen und "handlungsorientiert ausrichten".

Stand: 18.06.2017, 13:29