Armbrust gekauft: Islamist in Lippstadt festgenommen

Armbrust gekauft: Islamist in Lippstadt festgenommen

  • 21-jähriger Islamist in Lippstadt festgenommen
  • Festnahme erfolgte nach Armbrustkauf
  • Offenbar Sympathien für den IS

Nach der Festnahme eines Islamisten in Lippstadt hat die Staatsanwaltschaft Dortmund am Dienstag (21.03.2017) Einzelheiten bekannt gegeben. Die Festnahme, die bereits am 10. Februar erfolgte, war erst am Montag bekannt gegeben worden.

Staatsanwältin Sonja Frodermann hält den jungen Deutsch-Kasachen für gefährlich: "Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte sich radikalisiert hat und auch Sympathien für die Terrororganisation IS hegt", sagte sie am Dienstag.

Bau eines Sprengkörpers wäre möglich gewesen

Unter anderem auf seinem Mobiltelefon seien Hinweise gefunden worden, die darauf deuteten, dass er im Sinne dieser Vereinigung tätig werden wollte. Es sei von einer "gewissen Gefährlichkeit sicher auszugehen". Medienberichten zufolge war der Kauf der Armbrust Anlass für die Durchsuchung seines Zimmers in einer Pension. Es seien auch Gegenstände gefunden worden, "die zumindest zum Bau eines Sprengkörpers verwendet werden könnten", so die Staatsanwältin.

Stellungnahme der Staatsanwaltschaft im Wortlaut

00:22 Min.

21-Jähriger soll Islamistenführer Abu Walaa nahestehen

Der junge Mann soll aus dem Umfeld des Islamistenführers Abu Walaa stammen, in dem sich auch der Berlin-Attentäter Anis Amri bewegt haben soll. Nach WDR-Informationen soll der 21-Jährige aus Ostwestfalen im Oktober 2015 Richtung Syrien aufgebrochen sein. In der Türkei kam er allerdings in Haft und wurde nach Deutschland abgeschoben. Ein Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, seither soll er als Gefährder unter Beobachtung des Staatsschutzes gestanden haben.

Wegen der Funde in seinem Zimmer, nicht aber wegen der Armbrust, sitze der 21-Jährige nun in Untersuchungshaft. Weil die Armbrust frei verkäuflich ist, konnte der Mann sie legal erwerben.

Medienberichten zufolge haben die Ermittler wegen des Falls eine Gesetzesänderung angeregt, um künftig auch Armbrüste unter das Waffengesetz zu stellen und ihren Verkauf einzuschränken.

Stand: 21.03.2017, 13:26