Immer mehr Gymnasiasten scheitern an Erprobungsstufe

Ein Kind hebt im Unterricht die Hand

Immer mehr Gymnasiasten scheitern an Erprobungsstufe

  • Immer mehr NRW-Schüler scheitern nach zwei Jahren Gymnasium.
  • 2016 waren es fast 2.800 Gymnasiasten.
  • Verbindliche Grundschulempfehlung wird nicht wieder eingeführt.

Im Jahr 2016 wechselten 2.773 Schüler nach der 6. Klasse an eine andere Schulform, wie das NRW-Schulministerium am Donnerstag (10.08.2017) dem WDR bestätigte. Das seien 27 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Damit ist die Zahl der Schüler deutlich gestiegen, die nach der Erprobungsstufe das Gymnasium verlassen, also nach der 5. und 6. Klasse.

Der Anstieg fällt zusammen mit der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung, die 2010 von der damaligen rot-grünen Landesregierung durchgesetzt wurde. Das bedeutet, dass seither nicht mehr die Lehrer darüber entscheiden, welche Schule die Kinder anschließend besuchen, sondern in letzter Instanz die Eltern.

Entscheidung über Eignung nach 7. Klasse

In der Erprobungsstufe bilden laut Schmulministerium die Klassen 5 und 6 eine besondere pädagogische Einheit. In diesen zwei Jahren sollen die Schüler vor dem Hintergrund der Lernerfahrungen in der Grundschule an die Fächer und Lernangebote, Unterrichtsmethoden, Anforderungen sowie Überprüfungsformen des Gymnasiums herangeführt werden.

Am Ende der 6. Klasse entscheidet dann die Versetzungskonferenz über die Versetzung der Schülerinnen und Schüler in die Klasse 7 und auch über deren Eignung für den weiteren Besuch des Gymnasiums. An dieser Regelung möchte die neue Landesregierung vorerst nichts ändern: "Derzeit gibt es keine Überlegungen, die verbindlichen Grundschulempfehlung oder Probeunterricht einzuführen", hieß es aus dem inzwischen von der FDP geführten NRW-Schulministerium.

Stand: 10.08.2017, 17:59