Hilfe per Smartphone für geflüchtete Frauen

Zwei junge Schüler sitzen auf einer Bank in der Schule und schauen auf ihre Handys

Hilfe per Smartphone für geflüchtete Frauen

  • Handy-App speziell für geflüchtete Frauen
  • "RefuShe" soll bei Integration helfen
  • Kontaktmöglichkeiten zu Frauenhäusern

Von den 100.000 geflüchteten Frauen, die in den Jahren 2015 und 2016 nach NRW gekommen sind, haben fast alle schon einmal körperliche Gewalt erfahren. Das sagte Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) am Montag (19.12.2016) in Düsseldorf.

Speziell für diese Frauen hat das Ministerium eine App entwickeln lassen, die Informationen zu den grundlegenden Rechten der Frauen sowie Hilfemöglichkeiten bei Gewalt bietet.

Kostenlose App in fünf Sprachen verfügbar

Die App "RefuShe", eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen "Refugee" und "She" - "Flüchtling" und "sie" - ist seit Montag kostenlos für Android-Handys verfügbar. In ihr werden Texte, Videos und direkte Kontaktmöglichkeiten zu Beratungsstellen und Frauenhäusern angeboten - in den fünf Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch und Paschtu.

Screenshot der App "RefuShe" für geflüchtete Frauen

App für geflüchtete Frauen

"Wichtig war uns, ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen", so Emanzipationsministerin Steffens. Die Inhalte der App sind in Zusammenarbeit mit Organisationen der Frauen- und Migrantinnenhilfe entstanden. In personalisierten Geschichten werden beispielhaft Schwierigkeiten und Probleme geflüchteter Frauen aufgegriffen und mögliche Lösungs- und Hilfemöglichkeiten gezeigt. Dazu gibt es Fragen und Antworten zu Themen wie Gewalt, Rechte der Frauen oder freie Partnerwahl.

Auf die Entwicklung einer Version für Apple-Handys wurde verzichtet. "Der größte Teil der Flüchtlinge hat kein Apple-Gerät", sagt Steffens. Allein die Entwicklung der Android-Version hat 150.000 Euro gekostet. Die Ministerin hofft auf 50.000 Downloads.

Stand: 19.12.2016, 12:54