Land überprüft Englisch an Grundschulen

[ARCHIV] Englischunterricht an einem Hamburger Gymnasium am 20.05.2015

Land überprüft Englisch an Grundschulen

Von Rainer Striewski

  • Schulministerin will Englisch-Unterricht an Grundschulen überprüfen.
  • AfD will deutsche Sprache und Mathematik stärker fördern.
  • Weitere Beratung in den Fachausschüssen des Landtags.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat angekündigt, den Englisch-Unterricht an Grundschulen "ergebnisoffen" zu überprüfen. Zu klären sei, ob es Probleme bei der Umsetzung der Lehrpläne gebe und ob diese überhaupt noch zielführend seien, sagte die Ministerin am Donnerstag (12.10.2017) im Düsseldorfer Landtag.

Englisch seit 2003 in der Grundschule

Dabei solle auch untersucht werden, ob sich die Erwartungen erfüllt hätten, die man 2003 in den Englisch-Start schon in der Primarstufe gesetzt habe. Damals waren zwei Wochenstunden zunächst in der dritten und vierten Klasse in NRW eingeführt worden, später schon ab der zweiten Hälfte des ersten Schuljahrs.

AfD will Deutsch und Mathematik stärken

Die AfD hatte am Donnerstag im Landtag beantragt, Englisch aus der Primarstufe komplett zu verbannen - und dafür die deutsche Sprache und mathematische Kenntnisse stärker zu fördern. Das Fach Deutsch müsse auch intensiviert werden, weil viele Kinder aus Migrantenfamilien in den Klassen unterrichtet würden. Die AfD beruft sich auf Studien, wonach der frühe Beginn des Englischunterrichts wenig effektiv sei.

Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP war vereinbart worden, die Erteilung des Fachs Englisch in der Grundschule zu überprüfen. "Der Antrag der AfD schießt übers Ziel hinaus, weil er ohne Überprüfung Fakten schaffen will", sagte Gebauer im Landtag. Die CDU nannte den Antrag rückwärtsgewandt, stimmte aber zusammen mit allen anderen Fraktionen dafür, den Antrag in den Fachausschüssen des Landtages weiter zu beraten.

Stand: 12.10.2017, 15:14