Armutsforscher warnt vor vertiefter Spaltung der Gesellschaft

Eine Hand hält Münzen über einer Geldbörse fest

Armutsforscher warnt vor vertiefter Spaltung der Gesellschaft

Vor einer Verengung des Armutsbegriffs warnt der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge. Bei einer Konferenz der Ruhrsuperintendaten äußerte er am Donnerstag (08.09.2016) in Dortmund die Befürchtung, dass künftig nur diejenigen als arm gelten, "die wie Flüchtlinge nur das besitzen, was sie am Leib tragen".

In einem reichen Land gehe es aber auch um die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. "Und dazu braucht man Geld", so Butterwegge. Von Kirche und Diakonie forderte er, sich als "Anwalt der Armen" in die Politik einzumischen.

Butterwegge verwies zugleich darauf, dass eine "dauerhafte ethnische Unterschichtung der Gesellschaft" drohe, wenn Geflüchtete sozial ausgegrenzt und diskriminiert eine schlecht bezahlte Arbeit annehmen müssten, "die ansonsten keiner machen will". Eine Spaltung der Gesellschaft würde sich so vertiefen: "Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer zahlreicher."

Stand: 08.09.2016, 17:44