Land will anonymisierte Bewerbungen abschaffen

Serap Güler (l), Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, bekommt am 30.06.2017 in der Staatskanzlei in Düsseldorf ihre Ernennungsurkunde aus den Händen von Ministerpräsident Armin Laschet

Land will anonymisierte Bewerbungen abschaffen

Von Lena Sterz

Die neue NRW-Landesregierung will das anonymisierte Bewerbungsverfahren wieder abschaffen. Das sagte die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler.

Beim anonymisierten Bewerbungsverfahren geben Bewerber für Stellen beim Land ihr Geschlecht, ihr Alter oder ihren Migrationshintergrund nicht an. Das Verfahren wird seit 2013 in der Landesverwaltung angewendet.

Es sei von Anfang an Murks gewesen, sagte am Donnerstag (06.07.2017) die neue Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (CDU).

Anti-Diskriminierungsstelle sieht Entscheidung kritisch

"Von Menschen zu verlangen, dass sie ihre Einwanderungsgeschichte, ihr Geschlecht oder ihre Behinderung verbergen, um einen Job im öffentlichen Dienst zu bekommen, ist der falsche Ansatz", sagte Güler. Diese Position findet sich auch im Koalitionsvertrag von CDU und FDP.

Die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes reagierte verwundert über die Entscheidung. Ein Sprecher sagte, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren international Standard seien und auch große deutsche Unternehmen immer mehr dazu übergingen. Er sieht die Entscheidung der Landesregierung kritisch.

Stand: 06.07.2017, 15:55