Neuer AfD-Fraktionschef war lange CDU-Mitglied

Markus Wagner, Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion

Neuer AfD-Fraktionschef war lange CDU-Mitglied

  • Markus Wagner - vom Vizevorsitzenden zum Chef.
  • Seit Freitag (06.10.2017) neuer Chef der AfD-Landtagsfraktion.
  • 53-jährige Unternehmer kommt aus Bad Oeynhausen.

Lange Zeit war der geschäftsführende Gesellschafter eines Unternehmens, das zwei Wohnheime für psychisch Kranke in der Wiedereingliederungshilfe betreibt, parteipolitisch in der Union beheimatet.

In den 1970er und 1980er Jahren wirkte er an der Gründung der Schüler- und der Jungen Union Bad Oeynhausen mit. Ab 1980 war er 16 Jahre lang CDU-Mitglied.

Wahlkampf für CSU-Urgestein Strauss

1980 machte Wagner sogar Wahlkampf für CSU-Urgestein Franz-Josef Strauß. 1996 kehrte der verheiratete Vater eines Sohnes dann der CDU den Rücken. Fünf Jahre lang war er parteipolitisch nicht aktiv - bis dass er 2001 Mitglied der rechtspopulistischen Schill-Partei wurde. Dort war er erst Vizechef, dann Bundesvorsitzender.

Intermezzo bei der "Kusch-Partei"

2006 fand aber auch seine Mitgliedschaft bei der Schill-Partei ein Ende. Später folgte ein mehrmonatiges Intermezzo in der Partei "Rechte Mitte - Heimat Hamburg". Das war die Partei des früheren Justizsenators Roger Kusch ("Kusch-Partei").

Seit März 2013 ist Wagner nun Mitglied der AfD - und jetzt Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag. Im April 2017 nannte er in einem Zeitungsinterview die Schul- und Bildungspolitik als eines der wichtigsten Punkte im AfD-Wahlprogramm - die Rückkehr zu G9 etwa.

"Ich bin Vater eines schwarzen Sohnes"

Auf die Frage, ob er sagen würde, dass es Rassisten in der AfD gibt, antwortete er: "Mir ist noch keiner begegnet, und ich bin Vater eines schwarzen Sohnes. Aber ich würde nie ausschließen, dass es in einer Partei vereinzelt Leute mit einer Haltung gibt, die ich nicht teile."

Stand: 06.10.2017, 17:50