Weiterer NRW-Landtagsabgeordneter verlässt AfD

Frank Neppe

Weiterer NRW-Landtagsabgeordneter verlässt AfD

Von Rainer Kellers

  • Die AfD verliert weiter Mandatsträger.
  • Frank Neppe aus Iserlohn verlässt Fraktion und Partei.
  • Verbitterter Brief an die Mitglieder der AfD.

Der Exodus bei der AfD geht auch im NRW-Landtag weiter. Mit einem Brief an Parteimitglieder kündigte am Dienstag (10.10.2017) der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Frank Neppe seinen Rückzug aus Fraktion und Partei an.

Neppe: Immer weiter in die rechte Ecke bugsiert

Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Neppe beklagt darin, dass einige Funktionäre der Partei die AfD mit ihren Äußerungen "immer weiter in die rechte Ecke bugsieren". Linksextreme Kräfte fühlten sich durch derartige Äußerungen zudem legitimiert, AfD-Politiker zu bedrohen. Neppe beklagte, die Partei habe ihm nach einem Angriff auf sein Haus "keinerlei Hilfe angeboten"

Neppe, Jahrgang 1966, kommt aus Iserlohn und ist auf Listenplatz drei der AfD in den Landtag eingezogen. Er war zuletzt auch Schatzmeister der AfD-NRW.

Bereits drei Abgeordnete haben Fraktion verlassen

Mehrere unzufriedene AfD-Abgeordnete haben seit Ende September die Partei verlassen. Auslöser war der Rückzug der bisherigen Parteichefin Frauke Petry und ihres Ehemanns Marcus Pretzell, der bis vor kurzem Landes- und Fraktionschef der NRW-AfD war. Im Landtag verließ neben Pretzell auch Alexander Langguth die Fraktion.

Die AfD hat damit noch 13 Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag. Sie ist mit dem Austritt Neppes nun die kleinste Fraktion hinter den Grünen. Eine Fraktion im Landtag muss mindestens zehn Abgeordnete haben. Pretzell, Langguth und Neppe werden wohl als partei- und fraktionslose Abgeordnete im Landtag sitzen.

Der neue AfD-Fraktionschef Markus Wagner hatte Pretzell und Langguth aufgefordert, ihr Mandat an die Partei zurückzugeben. Sie sollen eine Ehrenerklärung unterzeichnet haben, die besagt, dass Abgeordnete, die die Partei verlassen, sämtliche Mandate zurückgeben müssen. Rechtlich bindend ist diese Erklärung aber nicht.

Stand: 10.10.2017, 16:53