Glückssache Müllgebühr - NRW-Vergleich vorgestellt

Glückssache Müllgebühr - NRW-Vergleich vorgestellt

Von Sabine Tenta

  • Bund der Steuerzahler NRW stellt Gebührenvergleich vor.
  • Erhebliche Unterschiede zwischen den Kommunen.
  • Differenzen von mehreren Hundert Euro möglich.

Mit den Gebühren für Abfall und Abwasser ist es für den Verbraucher ein bisschen wie mit dem Wetter: Er kann nichts dagegen machen, außer den Ort zu wechseln. Denn die Höhe der Kosten für die Abfallbeseitigung ist in NRW extrem unterschiedlich. Während die einen auf der Sonnenseite der günstigen Gebühren leben, hocken andere im Dauertief der Spitzenkosten.

Eifel-Gemeinde Dahlem besonders günstig

Der Bund der Steuerzahler NRW hat am Donnerstag (10.08.2017) seinen alljährlichen Gebührenvergleich vorgestellt. Der 26. Report basiert auf Zahlen, die der Verein bei den 396 NRW-Kommunen abgefragt hat. Demnach zahlt ein Vier-Personen-Haushalt für die Entsorgung einer 120-Liter-Restmüll-Tonne und einer 120-Liter-Biotonne bei 14-täglicher Leerung im Schnitt 265 Euro pro Jahr. Am günstigsten ist die Entsorgung im Eifel-Ort Dahlem (Kreis Euskirchen) mit 132 Euro und am teuersten in Selm (Kreis Unna) mit 522 Euro.

Wie erklären sich die großen Unterschiede?

Entscheidend für die Abfallgebühren in NRW ist die Frage, in welcher der 16 Müllverbrennungsanlagen (MVA) in NRW der Müll beseitigt wird. Die Verträge mit den MVA-Betreiber machen die Kreise, sie geben die Kosten an die kreisangehörigen Kommunen weiter. Und diese Verbrennungsentgelte der MVA gehen mitunter weit auseinander. Eine Offenlegung der konkreten Entgelte wird dem Steuerzahlerbund mit dem Hinweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse jedoch verweigert.

Einsparpotenzial bei der Abfuhr

Nur neun Kommunen in NRW halten an einer wöchentlichen Abfuhr des Mülls fest, alle anderen sind zu einem 14-täglichen Rhythmus übergegangen. Hier sieht der Steuerzahlerbund ein klares Einsparpotenzial, wenn auch in Städten wie Köln oder Düsseldorf die Müllabfuhr nur alle zwei Wochen kommt.

Für Münster rechnet der Steuerzahlerbund vor, dass die Kosten für Logistik, Personal und Fahrzeuge bei einer 14-täglichen Leerung der Biotonne dauerhaft um 468.000 Euro gesenkt werden könnten.

Europaweite Ausschreibung steigert mitunter Kosten

Über viele Jahre sei eine europaweite Ausschreibung von Aufträgen in der Müllwirtschaft ein gutes Mittel gewesen, um Kosten zu senken. Aber seit einigen Jahren gebe es immer wieder die gegenläufige Entwicklung. Die Kosten seien in Odenthal, Jüchen und Erndtebrück nach einer europaweiten Ausschreibung gestiegen, in Sundern sogar um 80 bis 100 Prozent. Der Wettbewerb in dem Markt könnte größer sein, beklagte Heinz Wirz. Das sei früher anders gewesen.

Stand: 10.08.2017, 12:50