Eiskalte Mordlust erschüttert Ermittler in Herne

Eiskalte Mordlust erschüttert Ermittler in Herne

  • Doppelmord von Herne: Richter erlässt Haftbefehl gegen Marcel H.
  • Zwei Menschen mit zahlreichen Messerstichen getötet
  • Angeblich war der Mann frustriert wegen einer Absage der Bundeswehr

Aus Frust über eine Absage der Bundeswehr, den drohenden Verlust seines Internetanschlusses und zweier gescheiterter Suizidversuche soll ein 19-Jähriger aus Herne zwei Menschen brutal getötet haben. Dies habe der Tatverdächtige Marcel H. bei der Polizei geschildert, sagte der Leiter der zuständigen Mordkommission, Klaus-Peter Lipphaus, am Freitag (10.03.2017) bei einer Pressekonferenz in Dortmund. Der Mann trete in Vernehmungen "eiskalt" auf.

Stundenlange Vernehmung

Spurensicherung in Herne

Spurensicherung in Herne

"Aus Verzweiflung darüber, dass es ihm nicht gelungen ist, sich umzubringen, will er zum Mörder geworden sein", sagte Lipphaus weiter. Die Vernehmung ging über mehrere Stunden. Der Tatverdächtige sei ein Einzelgänger mit wenigen sozialen Kontakten. Die Ermittler haben wenig Zweifel an seinen Angaben. In allen Bereichen könne man H. aber nicht trauen, sagt Ermittler Lipphaus. Insbesondere sei noch nicht geklärt, wo sich Marcel H. wann versteckt habe.

Motiv Mordlust

Marcel H. habe aus Mordlust und heimtückisch gehandelt, sagte der zuständige Staatsanwalt Danyal Maibaum. Warum er sich gestellt habe? Der Mann habe offensichtlich keine Alternative mehr gesehen, als sich das Leben zu nehmen oder sich zu stellen. Zum jetzigen Zeitpunkt schließt die Polizei aus, dass der 19-Jährige noch mehr Menschen umgebracht hat. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Im Imbiss gestellt

Festnahme Herne

In diesem Imbiß hat sich Marcel H. gestellt

Am Donnerstagabend (09.03.2017) hatte sich der Beschuldigte in einem Imbiss in Herne als der Gesuchte zu erkennen gegeben und um ein Telefon gebeten. Dann hat er selbst die Polizei angerufen und erklärt, dass eine Wohnung in Herne brennt und sich dort ein weiterer, männlicher Leichnam befindet, was sich nach der Durchsuchung auch bestätigt hat.

Tötungsdelikte gestanden

Marcel H. hat eingeräumt am Donnerstagabend den Brand in der Wohnung gelegt zu haben, um Spuren zu beseitigen und neben der Tötung des 9-Jährigen auch den Mord an dem 22-Jährigen Wohnungsinhaber gestanden. Gegen den mutmaßlichen Doppelmörder wurde Haftbefehl verkündet.

Marcel H. kam bei Bekanntem unter

Mutmasslicher Herne-Moerder hat sich in einem Imbiss gestellt

Der Verdächtige soll die Wohnung des Bekannten angezündet haben

Marcel H. soll laut Staatsanwaltschaft am Montag (06.03.2017) nach dem Mord an dem 9-jährigen Nachbarsjungen bei seinem entfernten Bekannten, vier Kilometer vom Tatort entfernt, untergekommen sein. Als Grund soll Marcel H. angegeben haben, dass seine Familie weggezogen sei. Am Dienstagmorgen (07.03.2017) soll Marcel H.'s Bekannter dann über Einträge auf Facebook bemerkt haben, dass sein Gast gesucht wird. Daraufhin habe Marcel H. ihn getötet und den Brand gelegt. Der Leichnam des 22-Jährigen soll 68 Stichverletzungen aufgewiesen haben.

Wie kamen Bilder ins Internet?

Unklar ist noch, wem Marcel H. Bilder des ersten Opfers geschickt hat und wer sie ins Internet gestellt hat. Die Bilder des getöteten Kindes hat er laut Polizei zusammen mit Sprachnachrichten über WhatsApp an einen oder mehrere Bekannte geschickt. Andere im Internet aufgetauchte Bilder hätten mit dem Fall nichts zu tun gehabt und die Ermittlungen behindert. Es werde geprüft, inwieweit das strafrechtlich relevant sei, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Bochum.

Stand: 10.03.2017, 18:54