Polizeigewerkschaft will Lkw-Fahrer stärker kontrollieren

Ein Polizist winkt an der Leverkusener Autobahnbrücke einen Lastwagen an die Seite.

Polizeigewerkschaft will Lkw-Fahrer stärker kontrollieren

  • Polizeigewerkschaft: "Mörderischer Konkurrenzdruck."
  • Beamte kommen mit Kontrollen nicht hinterher.
  • Forderung nach besserer technischer Ausstattung.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW hat bessere Kontrollen von Lastwagenfahrern gefordert. Jeder sechste tödliche Verkehrsunfall werde von Lkw-Fahrern verursacht, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert am Mittwoch in Düsseldorf. "2016 sind so 67 Personen ums Leben gekommen, weil Lkw-Fahrer sich nicht an die Regeln gehalten haben."

Arnold Plickert, stellvertr. Bundesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei (GdP)

Arnold Plickert

Das Problem: Das Gewerbe arbeite unter "mörderischem Konkurrenzdruck", sagte Plickert. Die Polizei kann nach Angaben der GdP mit ihren Kontrollen schon seit Jahren nicht mehr mit der steigenden Zahl der Lastwagen mithalten. Die Beamten seien nicht ausreichend in modernen Mess- und Kontrollsystemen geschult, außerdem fehle es an der technischen Ausstattung, so Plickert.

Hoher Druck auf der Logistik-Branche

Bei 50 bis 90 Prozent der kontrollierten Lkw würden zwar Mängel festgestellt. "Trotzdem bleibt der Großteil aller Verkehrsverstöße folgenlos", kritisierte der Gewerkschafter. "Der Druck auf die Logistiker ist unmenschlich größer geworden", sagte auch Marcus Hover, stellvertretender Geschäftsführer vom Verband für Verkehrswirtschaft und Logistik in NRW. Die Fahrer müssten effizienter fahren, digitale Zeitkontrollgeräte würden deshalb teilweise manipuliert. Hover forderte verstärkte Kontrollen und einen Mindestlohn auch für grenzüberschreitende Transporte.

Mit fast 21 Prozent der angemeldeten Schwertransporte hat Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Landesbetriebs Straßen.NRW den höchsten Anteil am bundesweiten Aufkommen des Schwerlastverkehrs.

Stand: 27.09.2017, 17:27