Geldautomaten: Konstant hohe Fallzahlen

Geldautomat umgeben von Glasscherben und explodierten Gebäudeteilen

Geldautomaten: Konstant hohe Fallzahlen

  • Zahl der Geldautomatensprengungen ist konstant hoch
  • Polizei geht von Banden aus den Niederlanden und NRW aus
  • Banken rüsten ihre Automaten nach

Der Tathergang ist bei fast allen Sprengungen vergleichbar: Die Täter dringen meist mit Gewalt in den Vorraum der Banken ein, leiten dort ein Gas in den Geldautomaten und zünden dies. Dadurch wird der Automat aus der Wand gesprengt, die Täter greifen sich das Geld und flüchten. In den meisten Fällen geht dies sehr schnell - allerdings ziehen die Täter in etwa der Hälfte aller Fälle ohne Beute ab. Das geht aus aktuellen Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen hervor.

Die Taten konzentrieren sich auf den Westen des Landes und vor allem entlang von Schnellstraßen und Autobahnen. Nach Angaben des LKA sind vor allem Banden aus den Niederlanden und NRW für einen Großteil der Taten verantwortlich. Es seien "professionelle Straftäter" die die Taten begingen, so Frank Scheulen, Sprecher des Landeskriminalamts. Seit 2016 habe es ein Dutzend Festnahmen gegeben, doch die Banden seien so groß, dass diese Täter schnell ersetzt worden seien. Das LKA geht von insgesamt etwa 250 Personen aus, die zu diesen Banden gehören.

Sachschaden ist enorm

Ob die Täter mit Beute oder ohne flüchten: Was nach jeder Sprengung bleibt, ist der Sachschaden. Ein neuer Geldautomat kostet zwischen 15.000 und 20.000 Euro, zudem müssen die Schäden am Gebäude bezahlt werden. Auch wenn die Angriffe nicht komplett verhindert werden können, gibt es zumindest Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit einer Sprengung zu verringern.

Banken rüsten nach

Mittlerweil rüsten viele Banken und Sparkassen ihre Automaten mit Sprengschutz nach, verzichten auf freistehende Geräte oder sichern das Geld mit Färbepatronen, die das Geld im Falle einer gewaltsamen Öffnung des Safes mit Farbe besprühen. Zudem setzen viele Institute auf verbesserte Videoüberwachung oder schließen nachts die Foyers, in denen die Automaten stehen. Zum Einsatz kommt auch so genanntes Antigas, bei dem Sensoren feststellen, wenn das Gas zur Sprengung eingeleitet wird und dann ihrerseits ein neutralisierendes Gasgemisch in den Automaten pusten, der das Sprenggas neutralisiert. Schriftliche Hinweise auf diese Techniken am Eingang der Banken sollen potenzielle Täter davon abhalten, dennoch einen Versuch zu starten.

Stand: 05.03.2017, 06:00