Köln-Bonn: Flughafen-Chef weist Vorwürfe zurück

Flughafen Köln/Bonn

Köln-Bonn: Flughafen-Chef weist Vorwürfe zurück

  • Beurlaubter Flughafen-Chef weist Vorwürfe zurück
  • Anschuldigungen laut Anwälten altbekannt
  • Garvens will weiter seine Aufgaben erfüllen

"Unser Mandant wehrt sich mit Entschiedenheit gegen die öffentlich erhobenen Vorwürfe, die ihn als Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens in nicht zu akzeptierender Weise schädigen", teilten die Anwälte von Michael Garvens in einer ausführlichen Stellungnahme am Dienstagabend (14.11.2017) mit. Er sei jederzeit bereit, an der Aufklärung von Sachverhalten mitzuwirken.

"Unser Mandant wird seine Aufgaben als Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH weiter mit Engagement und Erfolg erfüllen", hieß es weiter in der Stellungnahme.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Dem Flughafenchef wird in einem Prüfbericht vorgeworfen, Mitarbeiter in ungewöhnlich vielen Fällen von der Arbeit freigestellt zu haben. Außerdem sollen Rechnungen auf zweifelhafter Grundlage akzeptiert und zu Lasten des Airports ein Mietvertrag mit nicht angemessenen Konditionen abgeschlossen worden sein. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Anwälte: Altbekannte anonyme Vorwürfe

Der Flughafen Chef des Köln-Bonner Flughafens, Michael Garvens.

Michael Garvens

Garvens Anwälte führten weiter aus, dass die Vorwürfe gegen ihren Mandanten zum großen Teil bereits Gegenstand eines anonymen Schreibens aus dem Jahr 2012 gewesen seien. Dieses habe dem damaligen Aufsichtsratschef und auch der Staatsanwaltschaft vorgelegen. Garvens sei 2002 angetreten, um einen Neuanfang zu starten, da der Airport Köln-Bonn in vielen Teilen ein Sanierungsfall gewesen sei. In der Konsequenz hätten Mitarbeiter gekündigt oder mit neuen Aufgaben versehen werden müssen.

Die Anwälte teilten auch mit, dass Garvens nicht die Verantwortung für die sich aus den Sozialschutzregelungen ergebende faktische Unkündbarkeit von Mitarbeitern trage. Arbeitsrechtliche Bestimmungen und Tarifregelungen seien konsequent beachtet worden. Darüber hinaus habe Garvens stets darauf geachtet, dass für Zahlungen des Flughafens Gegenleistungen zu erbringen waren.

Bis 15. Dezember beurlaubt

Wie Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker kritisieren auch Garvens Anwälte, dass er in der Aufsichtsratssitzung am 10. November nicht angehört wurde, obwohl bekannt gewesen sei, dass er wenige Meter neben dem Sitzungssaal in seinem Büro auf die Möglichkeit zur Stellungnahme gewartet habe. Der Aufsichtsrat hatte Garvens bis zum 15. Dezember, dem Tag der nächsten Sitzung, beurlaubt.

Stand: 14.11.2017, 21:16