Ehe für alle: Erste Anfragen bei Standesämtern

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Ehe für alle: Erste Anfragen bei Standesämtern

  • Bislang nur vereinzelte Anfragen.
  • Standesämter warten noch auf Richtlinien für die Umsetzung.
  • Erste Eheschließungen frühestens ab 1. Oktober 2017 möglich.

Die Standesämter in Nordrhein-Westfalen erhalten die ersten Anfragen von Bürgern, die sich über die gleichgeschlechtliche Ehe informieren wollen. Bislang sind in Städten wie Köln, Düsseldorf, Aachen, Bielefeld, Wuppertal und Duisburg aber nur vereinzelte Anfragen eingegangen. Beim Standesamt in Essen haben sich immerhin 40 Menschen über die Ehe für alle informiert.

Gesetz noch nicht in Kraft getreten

Zur Frage, wann und wie gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen werden können, können die Standesämter aber bislang nur wenig sagen. Denn: Das Gesetz tritt frühestens in drei Monaten in Kraft, vorher muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier es noch unterzeichnen. Das heißt: frühestens ab Oktober 2017 kann die erste gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen werden.

Umwandlung von Lebenspartnerschaft in Ehe nicht automatisch

Unklar ist vor allem noch, wie die Umwandlung von einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe ablaufen soll. Laut Gesetz erfolgt diese Umwandlung nicht automatisch. Stattdessen müssen beide Partner noch einmal beim Standesamt vorstellig werden.

Formulare und Software entsprechend ändern

Ob sie dann trotzdem noch den gleichen Prozess wie bei einer neuen Heirat durchlaufen und zum Beispiel erneut die entsprechenden Unterlagen einreichen müssen, ist noch offen. Auch die Formulare und Computersoftware der Standesämter müssen entsprechend angepasst und aktualisiert werden.

Stand: 17.07.2017, 18:02