Mehrere Wahl-Pannen in NRW

Mehrere Wahl-Pannen in NRW

  • Zu wenig Stimmzettel in Mönchengladbach.
  • Alle Wähler konnten trotzdem ihre Stimme abgeben.
  • Wahl-Pannen auch in Köln, Krefeld und Düsseldorf.

In mehreren Wahlkreisen in NRW hat es am Sonntag (24.09.2017) Pannen in Wahlbüros gegeben. In Mönchengladbach und Köln gab es zu wenig Stimmzettel, in Krefeld musste bei einem Wahlbüro zunächst draußen gewählt werden.

Auf Anfrage des WDR wollte sich der Landeswahlleiter am Montag nicht zu den Wahl-Pannen äußern – dafür seien die jeweiligen Kreiswahlleiter zuständig.

Mönchengladbach: zu wenig Stimmzettel

In zehn Wahllokalen in Mönchengladbach gab es am späten Sonntagnachmittag (24.09.2017) zu wenig Stimmzettel. Betroffen waren mehrere Stadtteile, unter anderem Wickrath, Ohler und Günhoven. Wie ein Sprecher der Stadt betonte, habe aber nach Anlieferung von Reservezetteln jeder wählen können, der wählen wollte.

"Offensichtlich war die Wahlbeteiligung wesentlich größer als gedacht", so der Sprecher. Am Montag (25.09.2017) soll geklärt werden, was schief gelaufen sei.

Köln: Taxis liefern Stimmzettel nach

In Köln gab es ähnliche Engpässe. Nach Angaben der Stadt wurden für 220 Stimmbezirke per Taxi Stimmzettel nachgeliefert. Einen solchen Fall habe man noch nicht erlebt, hieß es. Grund sei die hohe Wahlbeteiligung, die bei 77,9 Prozent lag.

Krefeld: falscher Schlüssel für Wahllokal

angekreuzter Wahlzettel

In Krefeld-Traar hatten die Wahlhelfer einen falschen Schlüssel fürs Wahllokal bekommen. Die ersten Wähler mussten deshalb für eine gute Stunde draußen in improvisierten Kabinen oder einem kurzfristig organisierten Bus ihre Stimme abgeben.

Düsseldorf: ungültige Erststimmen

Im Wahlbezirk Düsseldorf-Garath sind bis zu 238 Erststimmen ungültig, weil am Morgen drei Stunden lang die falschen Stimmzettel ausgegeben wurden - nämlich die für den Bundestagswahlkreis 106. Das teilte die Stadt am Abend mit. Die Zweitstimme auf diesen Stimmzetteln bleibt gültig. Ein Einfluss auf den Gewinn des Direktmandats sei aber möglich.

Wie es hieß, wird das amtliche Endergebnis am Donnerstag (28.09.2017) in Düsseldorf festgestellt. Mit einer möglichen Beschwerde gegen das Ergebnis muss sich dann der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages befassen.

Wadersloh: 20 ungültige Erststimmen

In Wadersloh (Kreis Warendorf) gab es einen gleichen Vorfall wie in Düsseldorf. Hier wurden 20 Erststimmen für unglültig erklärt, nachdem ebenfalls Wahlzettel für einen anderen Wahlbezirk verteilt worden waren. Dem 21. Wähler fiel die Panne auf. Anschließend wurden die richtigen Wahlzettel ausgegeben. Die Kreiswahlleitung erklärte, die Druckerei habe falsch ausgeliefert.

Bielefeld: Hartnäckiges Ehepaar

In Bielefeld musste ein Ehepaar hart um ihr Wahlrecht kämpfen. Zweimal wurden sie nach Hause geschickt, weil sie angeblich schon gewählt hätten. Ihr Name sei bereits abgehakt gewesen. Das Ehepaar beschwerte sich daraufhin beim Wahlleiter. Kurz vor 18 Uhr bekamen sie den Rückruf: Ein Wahlhelfer sei in der Zeile verrutscht gewesen und habe ihren Namen fälschlicherweise abgehakt. Das Paar durfte dann doch noch wählen - im dritten Versuch.

Hinweis: In einer ersten Version haben wir berichtet, dass Wahlberechtigte in Mönchengladbach aufgrund der Pannen nicht ihre Stimme abgeben konnten. Diese Informationen haben sich nicht bestätigt.

Stand: 25.09.2017, 15:28