LKA: Weniger Wohnungseinbrüche in NRW

Einbrecher hebelt mit einem Brecheisen eine Tür auf

LKA: Weniger Wohnungseinbrüche in NRW

  • Zahl der Wohnungseinbrüche ist gegenüber 2015 gesunken
  • Aufklärungsquote liegt bislang bei 14,4 Prozent
  • Polizei verstärkt internationale Ermittlungen

An Weihnachten melden die Polizeibehörden in NRW wieder zahlreiche Wohnungseinbrüche. Doch insgesamt zeichnet sich in diesem Jahr ein Rückgang dieser Delikte ab. In NRW sind in diesem Jahr in den ersten elf Monaten nach unbereinigten Zahlen 45.100 Wohnungseinbrüche registriert worden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es laut Kriminalstatistik noch 62.360 Taten. Aufgeklärt hat die Polizei im Jahresmittel jede siebte Tat. Damit lag die Aufklärungsquote 0,6 Prozentpunkte über der aus dem Vorjahr.

Austausch mit Ermittlern in Rumänien

Das Landeskriminalamt habe rund 500 überregional aktive Serieneinbrecher identifiziert und im Blick, so Uwe Jacob, der Leiter des Landeskriminalamts NRW. Ein Drittel von ihnen sitze derzeit hinter Gittern. Bei den Intensivtätern rangieren nach Angaben Jacobs rumänische Einbrecher vor Tätern mit deutschem Pass "einsam an der Spitze". Daher sei mittlerweile im LKA ein Kollege der rumänischen Polizei im Einsatz. "Das ist enorm hilfreich. Die rumänischen Kollegen ermitteln auch vor Ort für uns: Wo bleibt das Diebesgut, wo das Geld?" Der internationale Austausch sei sehr wichtig. Denn 60 bis 70 Prozent der Serientäter seien auch in Nachbarstaaten aktiv, so der LKA-Chef.

Aufmerksame Nachbarn und bessere Sicherheitstechnik

Ebenfalls positiv bewertet Jacob die Zahl der unvollendeten Einbrüche. Denn jede zweite registrierte Tat sei ein Einbruchsversuch, so Jacob und die Täter mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. "Da muss man der Bevölkerung ein großes Lob aussprechen. Die Wohnungen werden wesentlich besser gesichert und die Bevölkerung scheint aufmerksamer zu sein", sagte Jacob. Der neu geschaffene Einbruchsradar, der die Einbrüche im Internet lokal anzeigt, habe zur Versachlichung der Diskussion beigetragen, sagte Jacob. "Ohne etwas beschönigen zu wollen: Die Menschen sehen, dass weit weniger Einbrüche in ihrem Wohnumfeld verübt werden, als sie bisher selbst glaubten."

Stand: 26.12.2016, 08:39