Digitale Bildung: Große Probleme an Schulen

Zwei junge Schüler mit einem Tablet auf der Schulbank

Digitale Bildung: Große Probleme an Schulen

  • Studie zur Digitalen Bildung offenbart Probleme.
  • Lehrern fehlt es oftmals an digitaler Kompetenz.
  • Strukturelle Defizite an vielen Schulen.

Der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht steckt oftmals noch in den Kinderschuhen. Laut einer am Freitag (15.09.2017) veröffentlichten Bertelsmann-Studie zur Situation des digitalen Lernens an Schulen sind nur 15 Prozent der Lehrer versierte Nutzer digitaler Medien. Und nur acht Prozent der Schulleiter sehen Digitalisierung als integralen Bestandteil des Lehrens und Lernens.

Digitales Potenzial werde verkannt

Oftmals fehle es an den Schulen an einem übergreifenden, didaktischen Konzept, das den Einsatz digitaler Medien einbindet, so ein zentrales Ergebnis der Studie. Zwar seien knapp 70 Prozent der Lehrer und Schulleiter der Überzeugung, dass digitale Medien die Attraktivität der Schule steigern. Gleichzeitig ist aber die Skepsis groß: Gerade mal ein Drittel aller Lehrer glaubt, dass sich die Lernqualität mithilfe digitaler Medien verbessern ließe.

Immer noch Schulen ohne WLAN

Zudem gebe es strukturelle Probleme: Viele Lehrer beklagen den fehlenden IT-Support (58 Prozent) und die mangelnde Weiterbildung (65 Prozent). Und nur 37 Prozent sind mit der Qualität des vorhandenen WLANs mehr oder weniger zufrieden. 21 Prozent der Lehrer geben an, an ihrer Schule überhaupt kein WLAN zur Verfügung zu haben.

Die neue NRW Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat angekündigt, "für eine bessere Mittelausstattung für moderne und digitale Schulen zu sorgen". Zwei Milliarden Euro will das Land den Kommunen bis 2020 dafür geben. "Digitale Schlüsselkompetenzen" sollen Schritt für Schritt in allen Lehrplänen umgesetzt werden. Alle allgemeinbildenden Schulen sollen bis zum Jahr 2020 ein pädagogisches Medienkonzept erstellen - "als Voraussetzung für die technische Infrastruktur". Außerdem weist das Ministerium darauf hin, dass NRW über ein Netz von 160 Medienberatern in allen Landesteilen verfüge, die die Schulen zum Medienkonzept und zur Infrastrukturausstattung beraten könnten.

Stand: 15.09.2017, 10:29